Mein Leben glich bis heute einer Schachpartie, die ich mit einem plumpen Gegner spielte. Keinen Zug konnte ich tun, ohne dass er mir wegnahm, was er nehmen konnte – ohne eigenen Plan und ohne einen solchen bei mir zu erkennen. Und mir, dem es nicht auf das Gewinnen, sondern auf den schwermütigen Reiz des feinen Spiels ankam, war es nicht möglich, auf seine Spielart einzugehen; ich ließ ihm seine Figuren, und nahm sie im selben Grade weniger, als ich sie bequem schlagen konnte. Er aber hüpfte raublustig in meinem Spiel umher, auf meine Art bauend, und sie für unbegreifliche Dummheit haltend. So konnte ich keine Partie gewinnen, und zornig stieß ich mehr als einmal das Brett um.

Mein Leben als Schachpartie

Mein Leben glich bis heute einer Partie Schach, die ich mit einem taktlosen Gegner spielte. Keinen Zug konnte ich tun, ohne dass er mir wegnahm, was er nehmen konnte – ohne eigenen Plan und ohne einen solchen bei mir zu erkennen. Und mir, dem es nicht auf das Gewinnen, sondern auf den Reiz des gefühlvollen Spiels ankam, war es nicht möglich, auf seine Spielart einzugehen.

Ich ließ ihm seine Figuren, und nahm sie im selben Grade weniger, als ich sie bequem schlagen konnte. Er aber hüpfte raublustig in meinem Spiel umher, auf meine Art bauend, und sie für unbegreifliche Dummheit haltend. So konnte ich keine Partie gewinnen. Zornig stieß ich mehr als einmal das Brett um, auf das nächste Spiel bauend. Bis heute, da fällte ich den Eröffnungsbaum.

Sir John Lavery || The Chess Players 1929  || Presented by the Trustees of the Chantrey Bequest 1930 || tate.org.uk
Sir John Lavery || The Chess Players 1929 || Presented by the Trustees of the Chantrey Bequest 1930 || tate.org.uk

Zum Beitragsbild: Der Künstler Sir John Lavery RA (1856 – 1941) war ein irischer Porträtist und Landschaftsmaler.

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