Traum(a), er sie es

Das Ringen um Worte | Noch nie habe ich ein Gedicht außerhalb der an das Haiku angelehnten Form geschrieben. Dies ist der erste Ansatz, etwas intensivst Gefühltes in Worte zu fassen:

Vor dem a der Traum

Allem Anfang wohnte der Traum
inne, der sortierte: Was kommt
ins Töpfchen und was ins
Kröpfchen? Weg den Dreck oder
bin ich die Taube?
Behütet war ich von zwei
Mächten mehr oder weniger.
Nur aufgebrochen sind sie schon
lang, fast verdrängt. Ihre
Hinterlassenschaft mir zu Füßen.
a!

Nach dem Traum das a

Die reizende Welt der
Verdrängnis mich wie
Juckpulver beim Wüten
hält, mit Bewegungen
einem Hoola hoop
gleich, den a-Ring um
meinen Hals treibend.
a! – gellt der Ruf
spitz, dann und wann
ein gähnendes a.

Der Traum mit dem a.

Auferstehen müsste man, die
Asche von den Kleidern
klopfen und des Hahnes
Gefieder richten.
Aufrecht müsste ich
die Buchstaben neu
sortieren. Auch im Gedicht.
Brennt es noch,
das Licht

Inspiriert hat mich der Titel eines Gedichts von Nora Gomringer: Traum mit A. Erschienen in ihrem Gedichtband MORBUS. Erschienen bei Voland & Quist.

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