Angeregt durch Günter Abramowskis Gedichtband „wer ist wir“. Ausgangspunkt sind Titel der enzhaltenen Gedichte. Die Reihenfolge der Titel lädt zu einer Reise ein, die sich wie ein intellektueller und emotionaler Pfad lesen lässt. Die Frage „wer ist wir“ bildet dabei den Ausgangspunkt einer tiefen Reflexion über Identität, Gemeinschaft und das Selbst.
In einer Welt, in der wir ständig zwischen den Extremen – jenseits himmel & höllen – navigieren, scheint es, als ob jeder Titel ein Puzzleteil eines größeren Ganzen ist.
Man könnte sagen, dass unsere Suche nach dem „Wir“ in den kleinen Momenten beginnt: in der stillen Stunde, wenn das Herz brennt und zugleich in der leisen Stille der verschwiegenen Sprache. Es ist, als ob das Individuum und die Gemeinschaft – repräsentiert durch den „der herde gute mutter“ – sich in einem dynamischen Wechselspiel befinden. Dabei stellt sich die Frage, ob es neben der eigenen Existenz auch Hirten gibt, die uns durch die Zeiten & Zustände führen, oder ob wir allein sind in einem entzauberten Utopia, wo das tief Verankerte in uns, die Wurzeln in mir, uns auch gleichzeitig hemmen.
Die Auseinandersetzung mit dem Selbst wird hier fast schon zu einer Haus-Aufgabe: Wie können wir das, was wir fühlen – sei es der Traum vom Glück oder der Schmerz, der uns manchmal überwältigt – in ein Ganzes fügen? Zwischen dem Kopfüber-in-Tiefen-Schlaf und dem Erwachen, zwischen dem Verstummen & Verschwinden und dem Aufleuchten des Lebenslichts, offenbart sich ein Prozess des Werdens. Es geht um mehr als das bloße Imitieren; es ist ein stetiges Wandeln & Erkunden, ein Streben nach einem Verständnis, das sowohl die äußeren als auch die inneren Dimensionen umfasst.
Schließlich bleibt die Frage nach der Gemeinschaft bestehen: Mit oder ohne dich, als Teil eines größeren Ganzen – unser Leben in der Halle des Volkes, zwischen den Jahren, wartet auf neue Horizonte, auf den nächsten Frühling, der das Verschwinden alter Grenzen einläutet und uns erneut zu der Frage ruft: Wer ist wir?
Meine LektüreNotizen zu wer ist wir.
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