Kategorie: Angeregte Dialoge
Literatur ist für mich weit mehr als reine Information und Unterhaltung – sie ist ein Quell der Inspiration und Anlass für lebendige Gespräche, sowohl innere als auch äußere. Anstatt in der stillen Rezeption zu verharren, nutze ich die Kraft der Texte, um mein eigenes Denken anzustoßen und neue Perspektiven zu gewinnen.
In dieser Rubrik versammle ich Arbeiten, die aus solchen Begegnungen entstanden sind – in Worten, Bildern, Tönen. Sie sind keine Rezensionen, sondern eigenständige Antworten: Spuren eines Dialogs, der zwischen den Zeilen stattfindet und nach verschiedenen Ausdrucksformen sucht.
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Angeregte Dialoge
Lesezeit:
2–3 MinutenLiteratur ist für mich weit mehr als reine Information und Unterhaltung – sie ist ein Quell der Inspiration und Anlass für lebendige Gespräche, sowohl innere als auch äußere. Anstatt in der stillen Rezeption zu verharren, nutze ich die Kraft der Texte, um mein eigenes Denken anzustoßen und neue Perspektiven zu gewinnen. In dieser Rubrik versammle…
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Günter Herburger – Kinderreich Passmoré
Lesezeit:
1–2 MinutenGünter Herburger (1932–2018) war ein Autor, der aus der Bewegung heraus schrieb – als Langstreckenläufer durch Wüsten und Gebirge, als junger Mann auf Wanderschaft durch mehrere Länder. Er studierte Sanskrit und Philosophie in München und Paris. Zusammen mit Walter Höllerer belebte er das lange, prosanahe Gedicht neu. Als Kinderbuchautor löste er sich von einer Literatur,…
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Gedicht hinter Glas
Lesezeit:
2–3 MinutenGünter Herburger „Unter Glas“ | Manche Gedichte geben einem unmittelbar das Gefühl, einen Zugang zu haben. Dieses gehört nicht dazu. Beim ersten Lesen bleibt vor allem der Vater hängen, den man auf dem Dach „in den leeren Kanister gesperrt“ hat, „behaftet von Würmern, die waagerecht abstanden“. Man versucht, das aufzuschließen. Das Gedicht bleibt makaber, ohne…
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Annie Dillard – Einen Stein zum Sprechen bringen
Lesezeit:
1–2 MinutenSeit Wochen nehme ich ihn wahr. Hunderunde im Winter, die Megalithgräber im Rücken, und am Wegesrand liegt er — ein Fels im Kleinformat, mehrere Kilo schwer, verdreckt. Ich gehe vorbei. Immer wieder. Aber er fällt mir auf, jedes Mal. Dann eines Tages bleibe ich stehen. Es kribbelt im Bauch. Ich gehe hin, fasse ihn an…
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Ankunft. Elisabeth Wesuls.
Lesezeit:
1–2 MinutenIch habe das Gedicht gelesen. Immer wieder. Und immer wieder hat es mich woanders hingeschickt. Ich bin gegangen. Wiedergekommen. Elisabeth Wesuls | Ankunft: Eine Frau kehrt nach Jahren in ein verfallenes Haus zurück. Findet Schaden. Entdeckt Leerstellen. Richtet sich neu ein. Nachts kriecht etwas vom Keller herauf. Der erste Absatz begegnet mir körperlich. Schwarzschlündig die…
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Das Wort für Welt
Lesezeit:
2–3 MinutenDie Illustratorin Hannah Brückner ist mir durch ein Bild aus der Lockdown-Zeit aufgefallen: Ein Radler fährt durch etwas Unbestimmtes — mit Blatt und Blüte, Wolken und etwas, das mich an einen Bücherschrank erinnert, der mit einem Komm! lockt. Da für mich Lesen bedeutet, in Bewegung zu kommen, habe ich mir dieses Bild gemerkt. Jetzt hat…
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Karten zeichnen wie früher — ein Versuch
Lesezeit:
1–2 MinutenIn Hansjörg Schertenleibs Erzählung Der Antiquar gibt es eine Stelle, an der der Protagonist als Kind einen See kartiert. Mit eigenen Mitteln, aus eigener Anschauung. Diese Stelle hat mich nicht losgelassen.Vor Satelliten und Luftbildern kannte man Gelände nur von unten. Man ist es abgegangen, hat gezählt, geschätzt, gezeichnet. Die Karte war kein Abbild — sie…
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Portolankarten als literarische Rätsel
Lesezeit:
8–12 Minuten„Warum ist es, dass wir uns von den Linien, die die Menschen einst um sich und durch die Gegend gezogen haben, so sehr angezogen fühlen?“ – diese Frage W.G. Sebalds steht über jeder Portolankarte. Die mittelalterlichen Seekarten zeigen Küsten und Häfen mit einer Genauigkeit, deren Verfahren bis heute ungeklärt ist. Der Essay erkundet dieses Rätsel…
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ich kann gedichte nicht ausstehen.
Lesezeit:
1–2 Minutenich bin im wald, stehe vor einem innerwald. nach einer intensiven forsternte bildeten sich so viele junge bäume, dass — von außen betrachtet — ein wald im wald entstanden ist. die bäumchen scheinen sich gegenseitig licht und raum zu nehmen, alles grau, trocken und dunkel. es gilt sich zu konzentrieren, denn hier geht es durch,…
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Ob Irgendwas
Lesezeit:
1–2 MinutenVon Holzarbeitern stehengelassen verharrt ein Baumrest auf der Lichtung. Wir begegnen uns auf Augenhöhe. Der Blick vom Moos in Schulterhöhe hin zu den Verwerfungen — ein Gesicht, das bekannt erscheint. Blicke in alle Richtungen. Ob ein Tier. Ob irgendetwas. Dieses langsame holzene Zurechtrücken im Dunkeln. Weitere Lyrik
