Kategorie: Angeregte Dialoge

Literatur ist für mich weit mehr als reine Information und Unterhaltung – sie ist ein Quell der Inspiration und Anlass für lebendige Gespräche, sowohl innere als auch äußere. Anstatt in der stillen Rezeption zu verharren, nutze ich die Kraft der Texte, um mein eigenes Denken anzustoßen und neue Perspektiven zu gewinnen.

In dieser Rubrik versammle ich Arbeiten, die aus solchen Begegnungen entstanden sind – in Worten, Bildern, Tönen. Sie sind keine Rezensionen, sondern eigenständige Antworten: Spuren eines Dialogs, der zwischen den Zeilen stattfindet und nach verschiedenen Ausdrucksformen sucht.

  • Angeregte Dialoge

    Angeregte Dialoge

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    2–3 Minuten

    Literatur ist für mich weit mehr als reine Information und Unterhaltung – sie ist ein Quell der Inspiration und Anlass für lebendige Gespräche, sowohl innere als auch äußere. Anstatt in der stillen Rezeption zu verharren, nutze ich die Kraft der Texte, um mein eigenes Denken anzustoßen und neue Perspektiven zu gewinnen. In dieser Rubrik versammle…

  • ich kann gedichte nicht ausstehen.

    ich kann gedichte nicht ausstehen.

    ich bin im wald, stehe vor einem innerwald. nach einer intensiven forsternte bildeten sich so viele junge bäume, dass — von außen betrachtet — ein wald im wald entstanden ist. die bäumchen scheinen sich gegenseitig licht und raum zu nehmen, alles grau, trocken und dunkel. es gilt sich zu konzentrieren, denn hier geht es durch,…

  • Ob Irgendwas

    Ob Irgendwas

    Von Holzarbeitern stehengelassen verharrt ein Baumrest auf der Lichtung. Wir begegnen uns auf Augenhöhe. Der Blick vom Moos in Schulterhöhe hin zu den Verwerfungen — ein Gesicht, das bekannt erscheint. Blicke in alle Richtungen. Ob ein Tier. Ob irgendetwas. Dieses langsame holzene Zurechtrücken im Dunkeln. Weitere Lyrik

  • trübe

    trübe

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    1–2 Minuten

    es ist als trüge sieden schönsten dunkelgrauenhosenanzugschlagbaumin den taschen und ich bleibe weiß hände in bewegungdas dunkle trübt sich Dieses Gedicht ist entstanden, weil ich mich verlesen hatte. Das Aquarell folgte beim Versuch, das Trüben des Dunkelgrau zu sehen.

  • Liebe Marsha (Ein offener Brief)

    Liebe Marsha (Ein offener Brief)

    Liebe Marsha, ich weiß nicht, welche Inseln du meinst. Du hast es nicht gesagt. Du hast angefangen — es ist wegen der Inseln — und bist gegangen. Der Satz hängt noch in der Luft, zumindest für mich als Leser. Vielleicht war er für dich längst abgeschlossen. Was ich weiß: Du bist neu in der Klasse.…

  • Wer darf benennen, was eine Trauer bedeutet

    Wer darf benennen, was eine Trauer bedeutet

    Über „Wegen der Inseln“ von Susanne Neuffer, Merkur Nr. 905, 2024 | Dieser Text hat mehrere Fäden, denen man folgen könnte. Ich habe mich für einen entschieden. Susanne Neuffers Kurzgeschichte, Miniatur erzählt von einer Schulklasse, die in Trauer verfällt. Oder so etwas Ähnlichem wie Trauer. Ausgelöst von einem neuen Mädchen namens Marsha, das eines Tages…

  • Eine Bushaltestelle, ein Foto, ein Name: Liesel Mansfeld

    Eine Bushaltestelle, ein Foto, ein Name: Liesel Mansfeld

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    1–2 Minuten

    Ich war auf der Suche nach Büchern. Gefunden habe ich ein Foto. Es lag auf dem Sandboden einer Bushaltestelle, die hier im Wendland als öffentlicher Bücherschrank fungiert. Ein Abzug, eingerissen, mit Rostflecken – vermutlich von einer Pinnadel. Jemand hatte ihn irgendwann aufgehängt, er gehörte zu etwas. Dann nicht mehr. Auf der Rückseite, handschriftlich: Liesel Mansfeld…

  • Die Roggenmuhme – Werner Lindemann

    Die Roggenmuhme – Werner Lindemann

    Der Titel selbst setzt schon den Ton. „Roggenmuhme“ klingt nach Volksüberlieferung, nach Figur zwischen Märchen und bäuerlicher Mythologie. Bei Lindemann wird daraus aber kein folkloristisches Spiel. Diese Figuren stehen eher am Rand des Sagbaren – sie markieren, wie stark Landschaft und Imagination ineinandergreifen. Roggenfeld, Wind, Jahreszeiten: Das ist keine Kulisse, sondern ein Wahrnehmungsraum, in dem…

  • Werner Lindemann

    Werner Lindemann

    WWerner Lindemann (1926–1993) gehört zu den Autoren der DDR, die sich einer schnellen Einordnung entziehen. Weder zählt er zu den exponierten Stimmen des literarischen Betriebs noch verschwindet er ganz in dessen Randzonen. Seine Texte bewegen sich in einem Zwischenbereich: unauffällig in der Form, präzise in der Beobachtung, zurückhaltend im Ton. Sein Weg zur Literatur ist…

  • Fundstücke und Notate zu Adolf Endler

    Fundstücke und Notate zu Adolf Endler

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    1–2 Minuten

    In einem autobiografisch grundierten Text über die DDR-Literaturszene und ihre Verwerfungen nach 1989 beschreibt Lutz Rathenow beiläufig eine Szene mit Adolf Endler. Überliefert ist sie nicht als Erinnerung, sondern als Stasi-Protokoll: Endler bringt Manuskripte vorbei, richtet Zahlungsforderungen aus, verschwindet wieder. Die Kürze der Szene ist aufschlussreich. Sie zeigt Endler als Teil eines informellen literarischen Netzwerks,…

  • Reparatur der Welt

    Reparatur der Welt

    in
    1–2 Minuten

    Ich erlese mir die Wege und übe sie ein.

  • New York World’s Fair 1939

    New York World’s Fair 1939

    Im April 1939 öffnete im Flushing Meadows Park im New Yorker Stadtbezirk Queens eine der größten Weltausstellungen des 20. Jahrhunderts ihre Tore. Ihr Motto: „Building the World of Tomorrow“. Rund 44 Millionen Besucher kamen bis Oktober 1940. Das Wahrzeichen der Ausstellung waren Trylon und Perisphere – ein spitzer Obelisk von 212 Metern Höhe und eine…

  • Ruth Frobeen – Irmelin Fuchs

    Ruth Frobeen – Irmelin Fuchs

    Der schmale Band bewegt sich zwischen Roman und längerer Erzählung. Die Handlung setzt im Sommer 1939 in New York City ein. Die neunzehnjährige Irma Sabrina Fuchs erwacht nach einem Koma in einem Altersheim, ohne jede Erinnerung an ihre Herkunft, ihre Familie, ihr früheres Leben. Sie verlässt das Heim und findet eine Anstellung bei der blinden…

  • Elisabeth Borchers – Märchen

    Elisabeth Borchers – Märchen

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    1–2 Minuten

    Jemand hat den Titel dieses Gedicht auf eine leere Seite geschrieben. Mit Bleistift, inkl. Seitenzahl. Das Buch – eine Jubiläumsausgabe von Elisabeth Borchers, erschienen zu ihrem 75. Geburtstag, gesammelt unter dem Titel Alles redet, schweigt und ruft – kam aus einem Antiquariat zu mir. Wessen Hand das war, weiß ich nicht. Aber die Geste hat…

  • Elisabeth Borchers – Weglassen als Prinzip

    Elisabeth Borchers – Weglassen als Prinzip

    in
    2–3 Minuten

    Der Gedichtband stand jahrelang im Regal. Ungelesen. Eine Lyrikauswahl der Autorin und Lektorin Elisabeth Borchers, erschienen 2001 bei Suhrkamp — bestellt, weil irgendwer schrieb, sie sei eine bedeutende Lyrikerin, und weil eine Auswahl aus verschiedenen Schaffensphasen wie ein guter Einstieg wirkte. Der Einband: kein Türöffner. Es geriet in Vergessenheit. Was es dann öffnete, war ein…

  • Nâzım Hikmets Menschenlandschaften – 1

    Nâzım Hikmets Menschenlandschaften – 1

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    4–7 Minuten

    Die vergessenen Bücher und der Zug durch Anatolien | Manchmal braucht es den Hinweis eines anderen, um im eigenen Regal wiederzufinden, was längst hätte gelesen werden sollen. Bei mir war es ein Nebensatz auf der Website von Volkmar Mühleis, der Nazim Hikmet erwähnte – und mir fiel ein: Die Bücher stehen ja hier. Schon lange.…

  • Nâzım Hikmet – Menschenlandschaften

    Nâzım Hikmet – Menschenlandschaften

    Nâzım Hikmet wurde 1902 in Saloniki geboren, einer Stadt, die damals zum Osmanischen Reich gehörte und heute griechisch ist, und starb 1963 in Moskau, nachdem er Jahre im türkischen Gefängnis verbracht und schließlich ins Exil gezwungen worden war. Sein Leben ist von erzwungenen Ortswechseln geprägt – Gefängnis, Exil, Flucht –, und diese Bewegung zwischen Räumen…

  • Volkmar Mühleis – VON EINEM BUCH  ZUM ANDERN  WANDERN

    Volkmar Mühleis – VON EINEM BUCH ZUM ANDERN WANDERN

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    1–2 Minuten

    VON EINEM BUCH ZUM ANDERN WANDERN hunderte von Seiten lang durch die Pariser Vorstädte zurück in Büchners Zeit über Gedichte hinter dem Eisernen Vorhang mitten durch ein Ideen-Gewimmel aus Reiselust einen Blick auf Rom werfen, um wieder bei einer Tasse Tee den Vögeln zu lauschen, Nachbarn in ihrem Kommen und Gehen, auf dem Sofa, das…

  • Susanne Stephan – Lyrik

    Susanne Stephan – Lyrik

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    1–2 Minuten

    In anderer Haut hinaus und hören,was die streunenden Wörter erzählen.Aus: Gegenzauber (Strophe 1 Kräfte) SZu Person und Hintergrund Susanne Stephan wurde 1963 in Aachen geboren und wuchs in Haßmersheim am Neckar auf. Sie ist die Nichte der Kinderbuchillustratorin und -autorin Margret Rettich. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Romanistik u. a. in Tübingen und Paris. Während…

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