Wege die beim Lesen entstehen / Journal
Walter Benjamins Essay „Ich packe meine Bibliothek aus“
Benjamin schreibt, jede Leidenschaft grenze an Chaos, das sammlerische aber an das der Erinnerungen. Ich habe lange nicht gewusst, was das bedeutet. Inzwischen glaube ich, ich kenne es — nicht weil ich es verstanden habe, sondern weil ich es erkenne.
Aus dem Bestreben dieses Zitat zu verstehen ist ein Beitrag geworden, der mit einem Steinfund beginnt und über das Chorsingen zur Zensur führt. In Resonanz gehen. Ein Versuch.
ich kann gedichte nicht ausstehen
Angeregt durch die Ausschreibung einer Literaturzeitschrift zum Thema Geduld, habe ich über mein Verhältnis zur Lyrik sinniert.
Wer darf benennen was Trauer bedeutet?
„Wegen der Inseln“ von Susanne Neuffer, Merkur Nr. 905, 2024 | Dieser Text hat mehrere Fäden, denen man folgen könnte. Ich habe mich für einen entschieden.
Susanne Neuffers Kurzgeschichte, Miniatur erzählt von einer Schulklasse, die in Trauer verfällt. Oder so etwas Ähnlichem wie Trauer. Ausgelöst von einem neuen Mädchen namens Marsha, das eines Tages in schwarzer Kleidung erscheint — und bald zieht fast die halbe Schule nach. – Als Reaktion auf diese Geschichte habe ich mich in einem „offenen Brief“ versucht.
Eine Bushaltestelle, ein Foto, ein Name: Liesel Mansfeld
Ich war auf der Suche nach Büchern. Gefunden habe ich ein Foto.
Es lag auf dem Sandboden einer Bushaltestelle, die hier im Wendland als öffentlicher Bücherschrank fungiert. Ein Abzug, eingerissen, mit Rostflecken – vermutlich von einer Pinnadel. Jemand hatte ihn irgendwann aufgehängt, er gehörte zu etwas. Dann nicht mehr. – Ein Versuch über Erinnerungskultur.
Romane die ich derzeit lese

Hansjörg Schertenleib – Der Antiquar
Arthur Dold sammelt und verkauft nicht nur Atlanten und Drucke von Landkarten, er zeichnet sie selbst und liest sie wie eine Geschichte um die Welt um sich herum zu ordnen und zu verstehen. Meine LektüreNotizen.
Roswitha Quadflieg – Ihr wart doch Feinde
Der Roman basiert auf einem realen Fall aus der DDR-Opposition, den der Journalist Peter Wensierski dokumentierte: Eine frühere Stasi-Informantin hatte oppositionelle Kreise um Bürgerrechtler wie Bärbel Bohley ausgespäht und ihr Handeln später mit dem Satz „Ihr wart doch meine Feinde“ gerechtfertigt. Meine LektüreNotizen.

Literatur- & KulturMagazine

Diese Magazine sind für mich Einfallstore. Ich komme nicht über die Magazine rein, sondern über Autoren – die Magazine sind der Umweg, nicht das Ziel. Ich scanne, ich bleibe hängen, ich lese weiter oder lasse los. Diese Magazine geben mir Kontext, Einordnung, gelegentlich einen VerständnisSchlüssel. Ich bin auf Entdeckungstour gegangen – und bin es noch.
Hier finden Sie die Literatur- und Kulturmagazine, die ich derzeit lese – und die eine Grundlage der auf ersatzgestalt vorgestellten Texte sind.
Worauf ich derzeit besonders schaue
„Gedichte und Verstehen haben nichts miteinander zu tun.“
Wenn es bei einem Gedicht nichts zu verstehen gibt, dann wohl zu erleben, oder?
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Ankunft. Elisabeth Wesuls.
Lesezeit:
1–2 MinutenIch habe das Gedicht gelesen. Immer wieder. Und immer wieder hat es mich woanders hingeschickt. Ich bin gegangen. Wiedergekommen. Elisabeth Wesuls | Ankunft: Eine Frau kehrt nach Jahren in ein verfallenes Haus zurück. Findet Schaden. Entdeckt Leerstellen. Richtet sich neu ein. Nachts kriecht etwas vom Keller herauf. Der erste Absatz begegnet mir körperlich. Schwarzschlündig die…
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Ob Irgendwas
Lesezeit:
1–2 MinutenVon Holzarbeitern stehengelassen verharrt ein Baumrest auf der Lichtung. Wir begegnen uns auf Augenhöhe. Der Blick vom Moos in Schulterhöhe hin zu den Verwerfungen — ein Gesicht, das bekannt erscheint. Blicke in alle Richtungen. Ob ein Tier. Ob irgendetwas. Dieses langsame holzene Zurechtrücken im Dunkeln. Weitere Lyrik
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trübe
Lesezeit:
1–2 Minutenes ist als trüge sieden schönsten dunkelgrauenhosenanzugschlagbaumin den taschenund ich bleibe weiß hände in bewegungdas dunkle trübt sich Dieses Gedicht ist entstanden, weil ich mich verlesen hatte. Das Aquarell folgte beim Versuch, das Trüben des Dunkelgrau zu sehen.
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Elisabeth Borchers – Märchen
Lesezeit:
1–2 MinutenJemand hat den Titel dieses Gedicht auf eine leere Seite geschrieben. Mit Bleistift, inkl. Seitenzahl. Das Buch – eine Jubiläumsausgabe von Elisabeth Borchers, erschienen zu ihrem 75. Geburtstag, gesammelt unter dem Titel Alles redet, schweigt und ruft – kam aus einem Antiquariat zu mir. Wessen Hand das war, weiß ich nicht. Aber die Geste hat…
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Ein Paradies, das sich datieren lässt
Lesezeit:
4–6 MinutenZu Elisabeth Borchers‘ Gedicht – und was passiert, wenn ein Wort hinzukommt | Elisabeth Borchers, 1926 in Homberg am Rhein geboren, gehört zu den Lyrikerinnen, die man im deutschsprachigen Raum kennt, ohne dass man immer sagen könnte, warum. Sie hat Kinderbücher geschrieben, Gedichte, sie war lange Lektorin bei Suhrkamp. Ein Name. Dazu vielleicht eine Assoziation:…
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Volkmar Mühleis – VON EINEM BUCH ZUM ANDERN WANDERN
Lesezeit:
1–2 MinutenVON EINEM BUCH ZUM ANDERN WANDERN hunderte von Seiten lang durch die Pariser Vorstädte zurück in Büchners Zeit über Gedichte hinter dem Eisernen Vorhang mitten durch ein Ideen-Gewimmel aus Reiselust einen Blick auf Rom werfen, um wieder bei einer Tasse Tee den Vögeln zu lauschen, Nachbarn in ihrem Kommen und Gehen, auf dem Sofa, das…




