Kategorie: LektüreNotizen
Inspiriert von der Praxis des Lesetagebuchs, nutze ich unterschiedliche Formen, um diesen Prozess abzubilden: Skizzen verorten plötzliche Einsichten, Töne halten die Stimmung einer Passage fest, Filme fangen Bewegung ein, wo Worte erstarrten. Form follows function – denn nur so lässt sich erfassen, was beim Lesen geschieht: ein Dialog, der nicht endet.
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Udo Degener
Lesezeit:
1–2 Minuten„Meine Gedichte sind kleine Bestände im Warenlager der Poesie.“ Mit dieser Setzung beschreibt Udo Degener in Poesiealbum 244 eine Poetik, die auf Umlauf, Begrenzung und Gebrauch zielt. Die Gedichte erscheinen nicht als auratische Einzelstücke, sondern als Bestand, Material, Versuch. Die wiederholte Formel „Meine Gedichte sind“ erzeugt dabei keine Definition, sondern eine Abfolge von Verschiebungen: vom…
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Lyriksammlung „Poesiealbum“
Lesezeit:
3–5 MinutenDie Lyrikreihe „Poesiealbum“ wurde 1967 in der DDR vom Dichter und Lektor Bernd Jentzsch im Verlag Neues Leben gegründet. Dieser Verlag gehörte zur FDJ (Freie Deutsche Jugend) und unterstand deren politischer Aufsicht. Die Idee war, Lyrik einem breiten Publikum zugänglich zu machen und sie „unters Volk“ zu bringen. Die Hefte kosteten sehr günstige 90 DDR-Pfennig…
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Kurt Marti | Zärtlichkeit und Schmerz
Lesezeit:
4–6 Minuten«Jeder Terror rechtfertigt sich mit objektiver Notwendigkeit. Um so mehr gilt es, unbeirrt subjektiv zu sein.» Kurt Marti Dieses Buch von Kurt Marti aus dem Jahre 1979 trägt den Titel : Zärtlichkeit und Schmerz | Notizen. Die Formulierung wirkt auf eine überraschende, fast provokative Art emotional und subjektiv, was umso mehr auffällt, als der Autor sonst…
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Die leeren Regale des Geistes – Mehrings Frage im digitalen Zeitalter
Lesezeit:
3–5 Minuten„Was bleibt von den Büchern, wenn die Regale leer sind? Was von den Ideen, wenn ihre Träger vertrieben oder ermordet werden?“ Diese eindringliche Fragen, die Walter Mehring in seinem Werk „Die verlorene Bibliothek“ aufwirft, hallt weit über die dunklen Kapitel der Bücherverbrennungen und Exilierungen des 20. Jahrhunderts hinaus. Sie zielt auf das Wesen von Wissen,…
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Walter Mehring – Die verlorene Bibliothek
Lesezeit:
2–4 Minuten„Die verlorene Bibliothek“ ist mehr als eine nostalgische Rückschau. Es ist eine bittere Reflexion über die Ohnmacht der Literatur angesichts totalitärer Gewalt. Was bleibt von den Büchern, wenn die Regale leer sind? Was von den Ideen, wenn ihre Träger vertrieben oder ermordet werden? Walter Mehring – Chronist des verlorenen Geistes und Mahner der Erinnerung Wer…
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Øyvind Berg – Schwärze, was ist das?
Lesezeit:
2–3 MinutenØyvind Bergs Gedicht „Schwärze, was ist das? / Licht in einem ungeöffneten Buch. / Gebärmutterlicht.“ verdichtet in drei Zeilen eine tiefgründige Reflexion über das Verborgene, das Potenzial und den Ursprung von Existenz. Hier meine Annäherung an diesen Text: Schwärze als paradoxer Träger von Licht:Die Frage „Schwärze, was ist das?“ setzt ein, indem sie das scheinbar…
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Øyvind Berg
Lesezeit:
1–2 MinutenØyvind Berg, geboren am 14. Januar 1959 in Oslo, ist ein norwegischer Lyriker, Dramatiker, Schauspieler und Übersetzer. Er studierte Philosophie, Literatur und Ägyptologie an den Universitäten von Bergen und Tromsø und gab 1982 sein literarisches Debüt mit der Gedichtsammlung „Retninger“. Es folgten Werke wie „Barn er et hardt språk“ (1984), „Vitenskap for barn“ (1985) und…
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Serhij Zhadan | Anarchy in the UKR
Lesezeit:
4–5 Minuten»Vergiss die Politik, lies keine Zeitung, geh nicht ins Netz, verweigere deine Stimme[…]« So beginnt der »Linke Marsch«, ein Kapitel aus Serhij Zhadans zweitem Prosaband, dem ein Song der Sex Pistols, Anarchy in the UKR, als Motto dient. Zhadan ist dabei, sich zur stärksten Stimme der jungen ukrainischen Literatur zu entwickeln – und zum Antipoden…
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Tagtexte – Ille Chamier
Lesezeit:
1–2 MinutenLektüreNotizen | Knappe biografische Angaben zur Autorin, ansonsten: kein Klappentext, kein Marketingsprech, kein Inhaltsverzeichnis. Lesende sind mit sich und den Texten allein. Das ist gut. Die Tagtexte sind in Lyrikform ; wobei ich nicht weiß, ob der Einzeiler am Anfang bereits ein Gedicht ist. Jedenfalls ist er der Einstieg in eine (zu erzählende) Geschichte. „das…
