Kategorie: LeseProjekte

  • Gesperrte Ablage – Ines Geipel & Joachim Walther

    Gesperrte Ablage – Ines Geipel & Joachim Walther

    Gesperrte Ablage. Unterdrückte Literaturgeschichte in Ostdeutschland 1945–1989Ines Geipel / Joachim Walther, Lilienfeld Verlag Mit Gesperrte Ablage legen Ines Geipel und Joachim Walther eine Literaturgeschichte vor, die lange nicht erzählt worden ist – und strukturell nicht erzählt werden konnte. Das Buch rekonstruiert jene literarischen Stimmen der DDR, die nicht publiziert, nicht rezipiert, nicht erinnert werden durften.…

  • LiteraturMagazine – Kulturraum Elbe-Oder

    LiteraturMagazine – Kulturraum Elbe-Oder

    Ein besonderer Schwerpunkt meiner Lektüre liegt auf Literaturmagazinen aus der ehemaligen DDR. Viele dieser Zeitschriften existieren heute nicht mehr oder haben ihren institutionellen Rahmen verloren. Gerade deshalb sind sie für mich von besonderem Interesse. Nicht als historische Kuriositäten, sondern als Dokumente einer spezifischen literarischen Praxis, in der ästhetische Entscheidungen, politische Bedingungen und editorische Arbeit eng…

  • Elisabeth Wesuls – Geschichte

    Elisabeth Wesuls – Geschichte

    Tarnung, Enttarnung und das Unheimliche der Kontinuität. Annähernd gelesen | Beim ersten Lesen von Elisabeth Wesuls Miniatur gibt es diesen Moment des Innehaltens. Fast eine Schrecksekunde. Nicht wegen der historischen Kulisse, nicht wegen der Ideologie. Sondern wegen eines Namens. Zunächst bleibt alles im Bereich des Hörensagens. „Man erzählt“, „manche sagen“, „die Leute, die das erzählen“.…

  • Eine andere Art zu erzählen – John Berger und Jean Mohr

    Eine andere Art zu erzählen – John Berger und Jean Mohr

    Es gibt Bücher, die man liest, und es gibt Bücher, mit denen man arbeitet. „Eine andere Art zu erzählen“ gehört zur zweiten Kategorie. John Berger, der britische Schriftsteller und Kunstkritiker, und Jean Mohr, der Schweizer Fotograf, haben 1982 etwas geschaffen, das sich zwischen Essay, Bildband und Experiment bewegt – ein Buch, das die Frage stellt:…

  • Literatur aus Fotografien

    Literatur aus Fotografien

    Bei der Lektüre von John Bergers und Jean Mohrs Eine andere Art zu erzählen stellte sich mir eine Frage: Gibt es Literatur, die überwiegend aus Fotografien besteht – ähnlich wie Comics oder Graphic Novels ihre Geschichten in Bildern erzählen? (Damit meine ich nicht die Foto-Love-Story aus der Bravo die ich in meiner Jugend nicht las.)Die…

  • Vom Jagen zum Lesen

    Vom Jagen zum Lesen

    Über das Arbeiten mit aufgegebenen Autoren Es beginnt meist mit einem Zufallsfund: ein Name in einer Fußnote, ein Gedicht in einer Anthologie, ein Hinweis in einem Antiquariatskatalog. Man liest, ist berührt, will mehr – und stellt fest: Es gibt kaum etwas. Keine Neuauflagen, keine Sekundärliteratur, oft nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag. Was folgt, ist die Jagd.…

  • Aufgegebene Autoren und ihre Texte

    Aufgegebene Autoren und ihre Texte

    in
    1–2 Minuten

    Frank Witzel hat in seinem Essay für das Schreibheft die Konturen dieser Figur nachgezeichnet: Autoren, die der Literaturbetrieb aufgegeben hat – durch ausbleibende Neuauflagen, durch Nicht-Kanonisierung, durch das Rauschen der Nachkriegszeit oder der Generationenwechsel. Autoren, die von der Öffentlichkeit fallengelassen wurden, nicht aus Qualitäts-, sondern aus Sichtbarkeitsgründen: zu leise, zu sperrig, zu unzeitgemäß für den…

  • Marina Büttner – Jüdischer Friedhof Weißensee

    Marina Büttner – Jüdischer Friedhof Weißensee

    Annähernd gelesen | Gedichtlektüre und Kontext. Das 1-strophige Gedicht von Marina Büttner verdichtet eine Momentaufnahme auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee zu einer Folge von starken, teils naturrohen Bildern, in denen persönliche Erschütterung und historische Schwere ineinanderfließen. Zwischen verwitterten Steinen, Symbolen und Zeichen des Verfalls verhandelt es die Beziehung von Zeit, Wahrheit und Erinnerung. Gelesen habe…

  • Wolfgang Mattheuers Gedicht „August 1968″ zum Prager Frühling

    Wolfgang Mattheuers Gedicht „August 1968″ zum Prager Frühling

    26. August 1968 | An diesem Tag unterschreibt Alexander Dubček in Moskau unter massivem Druck das Protokoll, das die Niederschlagung des Prager Frühlings besiegelt. Die Panzer sind bereits fünf Tage zuvor einmarschiert, aber erst jetzt, an diesem Dienstag im August, wird die Kapitulation offiziell. Die Hoffnung auf einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ ist Geschichte. An…

  • Olga Benario Prestes: Literarisches Porträt und  Nachleben

    Olga Benario Prestes: Literarisches Porträt und Nachleben

    Tätigkeit als Autorin | Olga Benario verfasste 1929 in Moskau die Schrift „Berlinskaja komsomolija“ (Der Berliner kommunistische Jugendverband), die auf Russisch erschien. 2023 erschien dieser Text erstmals auf Deutsch unter dem Titel „Berliner Kommunistische Jugend“ in deutscher Übersetzung von Kristine Listau beim Verbrecher Verlag. Das Werk beschreibt den Alltag der Kommunistischen Jugend in Berlin-Neukölln mit…

  • Kulturschaffende der DDR: Eine Entdeckungsreise

    Kulturschaffende der DDR: Eine Entdeckungsreise

    in ,
    3–4 Minuten

    Annäherung an die DDR-Kultur: Vier und mehr Perspektiven | Als Ostwestfale nähere ich mich der ehemaligen DDR durch die Erzählungen meiner Schwiegereltern – durch Fragmente, Erinnerungen, durch das, was in Familiengesprächen aufblitzt. Was mir dabei immer deutlicher wird: Die Kulturlandschaft der DDR war trotz aller Zensur erstaunlich reichhaltig, vielschichtig und widerständig. Die Kultur der DDR…

  • Wolfgang Mattheuer – Äußerungen

    Wolfgang Mattheuer – Äußerungen

    Das Buch versammelt verschiedene Texte und Grafiken von Wolfgang Mattheuer. Titel und Gestaltung deuten an, dass es sich um eine Kombination von visuellen und verbalen Äußerungen handelt – Bild und Wort werden nebeneinander gestellt, zum Teil korrespondierend. Die Grafiken spiegeln das typisches Œuvre Mattheuers wider: Arbeiten auf Papier, Druckgrafiken, Holzschnitte / Linolschnitte / Lithographien. Die…

  • Miss Willmott’s Ghost

    Miss Willmott’s Ghost

    in
    2–3 Minuten

    Manche Geschichten sind zu schön, um wahr zu sein – und manchmal sind sie trotzdem wahr. Die Anekdote von Ellen Willmott und ihrem geisterhaften Erbe gehört zu jenen seltenen Legenden, die zwischen Wahrheit und Märchen wandeln wie die Pflanze selbst, um die es geht. Die Dame mit den grünen Fingern und dem Samensäckchen Ellen Willmott…

  • Ille Chamier und Stella Avni

    Ille Chamier und Stella Avni

    Im Zentrum von Ille Chamiers Gedicht steht die Figur der Schauspielerin Stella Avni – eine heute nahezu vergessene Künstlerin, deren Lebensspuren sich nur rudimentär rekonstruieren lassen. Gesichert ist: Sie wurde 1921 im damals rumänischen Czernowitz (Bukowina) geboren, jener multikulturellen Stadt, aus der auch Paul Celan und Rose Ausländer hervorgingen. Stella Avni war jüdischer Herkunft und…

  • Unbeirrt subjektiv sein

    Unbeirrt subjektiv sein

    in ,
    4–6 Minuten

    Ein literarischer Essay zu Kurt Martis Subjektivität „Jeder Terror rechtfertigt sich mit objektiver Notwendigkeit. Um so mehr gilt es, unbeirrt subjektiv zu sein.“ – Kurt Marti Was soll das heißen – „unbeirrt subjektiv sein“? Ist Subjektivität nicht genau das, was wir in rationalen Diskursen zu überwinden suchen? Je länger ich über Martis Worte nachdenke, desto…

  • Die Bibliogenie – Eine Skizze der Bücherzeugung nach Georg Christoph Lichtenberg

    Die Bibliogenie – Eine Skizze der Bücherzeugung nach Georg Christoph Lichtenberg

    Im späten 18. Jahrhundert, als das gedruckte Wort in Europa zu einer Flut anwuchs, entwarf Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799) ein kleines, satirisch zugespitztes Gedankenspiel: die Bibliogenie, die „Zeugung der Bücherwelt“. Er verstand darunter eine Art Naturgeschichte der Entstehung von Büchern – nicht im Sinne von Papier, Druck und Bindung, sondern als geistiger Fortpflanzungsprozess. In seinen…

  • Heil

    Heil

    Annähernd gelesen | Ilse Chamiers Gedicht reflektiert ihre Erfahrungen als Kindergartenkind im nationalsozialistischen Deutschland. Dabei verbindet sie Erinnerungen an Rituale, religiöse Erziehung und Kriegsrealität zu einer erschütternden Collage – ruhig im Ton, aber tiefgründig in der Aussage. Die sprachliche Einfachheit kontrastiert mit der Komplexität des Erlebten. Politische und religiöse Rituale – Spiegelungen von Macht Schon…

  • Irène Némirovsky – Leben, Werk und Nachwirken

    Irène Némirovsky – Leben, Werk und Nachwirken

    Die Autorin, 1903 in Kiew geboren, floh vor der Russischen Revolution nach Frankreich, wo sie mit Romanen wie „David Golder“ (1929) berühmt wurde. Doch ihr Leben endete tragisch: 1942 wurde sie als Jüdin in Auschwitz ermordet. Ihr Werk überdauerte nur, weil ihre Töchter Denise und Élisabeth ihre Manuskripte – darunter das unvollendete Meisterwerk „Suite française“ – wie einen Schatz…

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