Kategorie: LeseProjekte

  • Roswitha Quadflieg – Ihr wart doch meine Feinde

    Roswitha Quadflieg – Ihr wart doch meine Feinde

    Lesezeit:

    5–8 Minuten

    Dieser Roman von Roswitha Quadflieg erschien 2022 im Faber & Faber Verlag und ist als Kammerspiel angelegt: Fast die gesamte Handlung konzentriert sich auf einen Leichenschmaus nach der Beerdigung einer ehemaligen inoffiziellen Mitarbeiterin der Staatssicherheit der DDR. Im Zentrum steht die verstorbene Gabriele Holm, deren Vergangenheit als Stasi-Informantin während der Trauerfeier offengelegt wird. Eingeladene und…

  • Eine Bushaltestelle, ein Foto, ein Name: Liesel Mansfeld

    Eine Bushaltestelle, ein Foto, ein Name: Liesel Mansfeld

    Lesezeit:

    1–2 Minuten

    Ich war auf der Suche nach Büchern. Gefunden habe ich ein Foto. Es lag auf dem Sandboden einer Bushaltestelle, die hier im Wendland als öffentlicher Bücherschrank fungiert. Ein Abzug, eingerissen, mit Rostflecken – vermutlich von einer Pinnadel. Jemand hatte ihn irgendwann aufgehängt, er gehörte zu etwas. Dann nicht mehr. Auf der Rückseite, handschriftlich: Liesel Mansfeld…

  • Die Roggenmuhme – Werner Lindemann

    Die Roggenmuhme – Werner Lindemann

    Lesezeit:

    1–2 Minuten

    Der Titel selbst setzt schon den Ton. „Roggenmuhme“ klingt nach Volksüberlieferung, nach Figur zwischen Märchen und bäuerlicher Mythologie. Bei Lindemann wird daraus aber kein folkloristisches Spiel. Diese Figuren stehen eher am Rand des Sagbaren – sie markieren, wie stark Landschaft und Imagination ineinandergreifen. Roggenfeld, Wind, Jahreszeiten: Das ist keine Kulisse, sondern ein Wahrnehmungsraum, in dem…

  • Werner Lindemann

    Werner Lindemann

    Lesezeit:

    2–3 Minuten

    WWerner Lindemann (1926–1993) gehört zu den Autoren der DDR, die sich einer schnellen Einordnung entziehen. Weder zählt er zu den exponierten Stimmen des literarischen Betriebs noch verschwindet er ganz in dessen Randzonen. Seine Texte bewegen sich in einem Zwischenbereich: unauffällig in der Form, präzise in der Beobachtung, zurückhaltend im Ton. Sein Weg zur Literatur ist…

  • die horen 250 – Pressköter und Tintenstrolche

    die horen 250 – Pressköter und Tintenstrolche

    Lesezeit:

    4–5 Minuten

    Dieser Band kam aus dem Antiquariat. Dabei läuft die horen seit einiger Zeit im Abo — das aktuelle Heft liegt neben dem Schreibtisch. Aber dieser hier, der 250., ist ein anderes Ding: eine Ausgabe, die innegehalten hat. Die sich umgedreht und auf das geschaut hat, was sie selbst ist. Seit 1955 erscheint die Zeitschrift —…

  • Gesperrte Ablage – Ines Geipel & Joachim Walther

    Gesperrte Ablage – Ines Geipel & Joachim Walther

    Lesezeit:

    3–4 Minuten

    Gesperrte Ablage. Unterdrückte Literaturgeschichte in Ostdeutschland 1945–1989Ines Geipel / Joachim Walther, Lilienfeld Verlag Mit Gesperrte Ablage legen Ines Geipel und Joachim Walther eine Literaturgeschichte vor, die lange nicht erzählt worden ist – und strukturell nicht erzählt werden konnte. Das Buch rekonstruiert jene literarischen Stimmen der DDR, die nicht publiziert, nicht rezipiert, nicht erinnert werden durften.…

  • LiteraturMagazine – Kulturraum Elbe-Oder

    LiteraturMagazine – Kulturraum Elbe-Oder

    Lesezeit:

    1–2 Minuten

    Ein besonderer Schwerpunkt meiner Lektüre liegt auf Literaturmagazinen aus der ehemaligen DDR. Viele dieser Zeitschriften existieren heute nicht mehr oder haben ihren institutionellen Rahmen verloren. Gerade deshalb sind sie für mich von besonderem Interesse. Nicht als historische Kuriositäten, sondern als Dokumente einer spezifischen literarischen Praxis, in der ästhetische Entscheidungen, politische Bedingungen und editorische Arbeit eng…

  • Elisabeth Wesuls – Geschichte

    Elisabeth Wesuls – Geschichte

    Lesezeit:

    4–6 Minuten

    Tarnung, Enttarnung und das Unheimliche der Kontinuität. Annähernd gelesen | Beim ersten Lesen von Elisabeth Wesuls Miniatur gibt es diesen Moment des Innehaltens. Fast eine Schrecksekunde. Nicht wegen der historischen Kulisse, nicht wegen der Ideologie. Sondern wegen eines Namens. Zunächst bleibt alles im Bereich des Hörensagens. „Man erzählt“, „manche sagen“, „die Leute, die das erzählen“.…

  • Eine andere Art zu erzählen – John Berger und Jean Mohr

    Eine andere Art zu erzählen – John Berger und Jean Mohr

    Lesezeit:

    3–4 Minuten

    Es gibt Bücher, die man liest, und es gibt Bücher, mit denen man arbeitet. „Eine andere Art zu erzählen“ gehört zur zweiten Kategorie. John Berger, der britische Schriftsteller und Kunstkritiker, und Jean Mohr, der Schweizer Fotograf, haben 1982 etwas geschaffen, das sich zwischen Essay, Bildband und Experiment bewegt – ein Buch, das die Frage stellt:…

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