Renate Sattler – Zwischen entwurzelten Steinen

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Zwischen entwurzelten Steinen erschien 2007 im Verlag Janos Stekovics und ist Renate Sattlers Lyrikdebüt. Ein Motiv zieht sich durch alle Gedichte: Steine als Träger von Erinnerungen, als Spuren durch verschiedene Landschaften und als Ausgangspunkte für Begegnungen mit Menschen und Kulturen.

Die Autorin beschreibt den Band selbst als eine Art Lebensbilanz. Die Gedichte führen von ihrer Kindheit an der Elbe zu Erfahrungen und Begegnungen aus dem späteren Leben, und die Steine halten sie zusammen. [Link zur Website]

Mich beeindrucken die Gedichte besonders dort, wo persönliche Erinnerung, Landschaftswahrnehmung und kulturelle Begegnung ineinandergreifen. Der Titel hat für mich eine doppelte Bewegung: Die Steine sind ortsgebunden und beweglich zugleich. Sie werden gesammelt, mitgenommen und neu angeordnet. Aus dieser Spannung ergibt sich mein Ausgangspunkt. Ich gehe mit diesen Gedichten ein längeres Stück des Weges und nähere mich dabei „meinen” Steinen.

Der rote Faden

Steine als Erinnerungsträger. Sattler sammelt Steine in den Landschaften, die sie erkundet. Zu Hause ordnet sie sie zu einem Erinnerungskreis aus blauen Kieseln, Basalt, Muschelkalk und Feuerstein. Die Steine halten Erlebtes fest, und die Lebensgeschichte darf dabei auch quer zur Chronologie liegen.

Landschaft als biografische Spur. Die im Verlagstext genannten Orte reichen von der Elbe über Kreidefelsen und böhmische Vulkane bis zu antiken Städten am Mittelmeer. Landschaften erscheinen hier als Anlässe, Erinnerungen und Erfahrungen miteinander zu verbinden.

Begegnungen über kulturelle Grenzen hinweg. Die Beschreibung nennt einen Bildhauer der Mohawk in Kanada, der ein Wolfstotem in Stein bannt, und die Papuas, deren Weg zu heiligen Bergen führt. Die Gedichte verknüpfen, so mein erster Eindruck, persönliche Erfahrung mit der Wahrnehmung anderer Kulturen.

Vergangenheit und Gegenwart. Antike, beschädigte Säulen werden im Theater von Korinth wieder lebendig. Daneben steht eine alltägliche Szene: Mama Elisa lädt zu griechischem Salat ein. Historische Orte und gegenwärtige Begegnungen liegen bei Sattler im selben Blickfeld.

Der zweite Band

2013 folgte Das Schweigen des Quetzals, ebenfalls ein Lyrikband mit verbindendem Naturmotiv. Laut Autorinnenwebsite geht es darin um Landschaften, kulturelle Begegnungen, das Älterwerden, die Ablösung vom erwachsen werdenden Kind und bedrohte Tierarten. Das Verbindende ist in Zwischen entwurzelten Steinen das Mineralische, Erdverbundene, Erinnernde. In Das Schweigen des Quetzals übernimmt diese Rolle ein Vogel.

Bibliografische Angaben

Renate Sattler: Zwischen entwurzelten Steinen. Gedichte
Verlag Janos Stekovics, Dößel bei Halle (Saale), 2007


ISBN: 978-3-89923-168-7
Umfang: 102 Seiten
Ausstattung: illustriert; Grafiken und Umschlag gestaltet von Susanne Berner-Bartsch
Verfügbarkeit: laut Autorinnenwebsite vergriffen, wenige Exemplare direkt bei der Autorin erhältlich

Weiterführende Informationen: Offizielle Website von Renate Sattler (Es sieht so aus, als ob die Seite gehackt wurde, daher kein Link.) · Literatur im Land Sachsen-Anhalt · Kunststiftung Sachsen-Anhalt

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