Kategorie: LektüreNotizen

Inspiriert von der Praxis des Lesetagebuchs, nutze ich unterschiedliche Formen, um diesen Prozess abzubilden: Skizzen verorten plötzliche Einsichten, Töne halten die Stimmung einer Passage fest, Filme fangen Bewegung ein, wo Worte erstarrten. Form follows function – denn nur so lässt sich erfassen, was beim Lesen geschieht: ein Dialog, der nicht endet.

  • Serhij Zhadan | Anarchy in the UKR

    Serhij Zhadan | Anarchy in the UKR

    Lesezeit:

    4–5 Minuten

    »Vergiss die Politik, lies keine Zeitung, geh nicht ins Netz, verweigere deine Stimme[…]« So beginnt der »Linke Marsch«, ein Kapitel aus Serhij Zhadans zweitem Prosaband, dem ein Song der Sex Pistols, Anarchy in the UKR, als Motto dient. Zhadan ist dabei, sich zur stärksten Stimme der jungen ukrainischen Literatur zu entwickeln – und zum Antipoden…

  • Tagtexte – Ille Chamier

    Tagtexte – Ille Chamier

    Lesezeit:

    1–2 Minuten

    LektüreNotizen | Knappe biografische Angaben zur Autorin, ansonsten: kein Klappentext, kein Marketingsprech, kein Inhaltsverzeichnis. Lesende sind mit sich und den Texten allein. Das ist gut. Die Tagtexte sind in Lyrikform ; wobei ich nicht weiß, ob der Einzeiler am Anfang bereits ein Gedicht ist. Jedenfalls ist er der Einstieg in eine (zu erzählende) Geschichte. „das…

  • Kultur im deutschen Programm des Radio London während der NS-Zeit

    Kultur im deutschen Programm des Radio London während der NS-Zeit

    Lesezeit:

    3–4 Minuten

    Adolf Endler beschreibt in seinem ersten Kapitel „Frühe Kindheit“ eindrücklich das heimliche Hören ausländischer Sender, wobei ihn besonders Radio London faszinierte. Die BBC hatte bereits früh mit fremdsprachigen Sendungen begonnen: Der erste Dienst startete am 3. Januar 1938 auf Arabisch. Ab dem 27. September 1938 folgten Sendungen auf Deutsch, Italienisch und Französisch, die in der kritischen Phase…

  • Adolf Endlers Gedicht „Dies Sirren“

    Adolf Endlers Gedicht „Dies Sirren“

    Lesezeit:

    2–4 Minuten

    Adolf Endlers Gedicht „Dies Sirren“ aus dem Jahr 1971 wirkt auf den ersten Blick wie ein surrealistisches Rätsel. Doch hinter der grotesken Szenerie dieser nur vier Zeilen verbirgt sich eine vielschichtige Auseinandersetzung mit historischen Traumata und politischer Ohnmacht. Basierend auf biografischen und literaturkritischen Quellen, bietet es Einblicke in ein rätselhaftes Meisterwerk, das zu den Schlüsseltexten…

  • Lessings Emilia Galotti

    Lessings Emilia Galotti

    Lesezeit:

    3–5 Minuten

    Stellen Sie sich vor, Sie reisen zurück ins Jahr 1772. Perücken zählen zur vorherrschenden Mode, Kutschen sind das vorrangige Fortbewegungsmittel, und in den Salons wird leidenschaftlich über Vernunft und Macht debattiert. Mitten in dieser Epoche des geistigen Umbruchs – der Aufklärung – verfasst Gotthold Ephraim Lessing ein Drama, das die zeitgenössische Gesellschaft wie ein Spiegelbild…

  • Otto F. Walter – Wie wird Beton zu Gras

    Otto F. Walter – Wie wird Beton zu Gras

    Lesezeit:

    3–5 Minuten

    Otto F. Walters Roman Wie wird Beton zu Gras? (erstmals 1979 erschienen, hier in der Rororo-Taschenbuchausgabe von 1988 vorliegend) wird zur ökologischen Literaturbewegung der späten 1970er Jahre gezählt. Im Zentrum steht der Stadtplaner Viktor B., ein zerrissener Antiheld, der täglich an der Transformation natürlicher Landschaften in betonierte Stadt- und Industrieflächen mitwirkt. Sein Beruf steht im fundamentalen Konflikt mit seinem wachsenden…

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