Kategorie: LektüreNotizen
Inspiriert von der Praxis des Lesetagebuchs, nutze ich unterschiedliche Formen, um diesen Prozess abzubilden: Skizzen verorten plötzliche Einsichten, Töne halten die Stimmung einer Passage fest, Filme fangen Bewegung ein, wo Worte erstarrten. Form follows function – denn nur so lässt sich erfassen, was beim Lesen geschieht: ein Dialog, der nicht endet.
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W.G. Sebald – Die Ringe des Saturn
Lesezeit:
3–4 MinutenEine englische Wallfahrt | W. G. Sebalds 1995 erschienener Prosaband Die Ringe des Saturn entzieht sich von Beginn an einer eindeutigen Gattungszuordnung. Das Buch ist Reisebericht, Essay, Geschichtspanorama, autobiographische Meditation und literarische Montage zugleich. Ausgangspunkt ist eine scheinbar einfache Wanderung des Erzählers durch die ostenglische Grafschaft Suffolk, doch diese äußere Bewegung dient vor allem als…
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Wisława Szymborska – Die Gedichte
Lesezeit:
1–2 Minuten„… Um die Dichter steht es schlechter. Ihre Arbeit ist hoffnungslos unfotogen. Da sitzt jemand am Tisch oder liegt auf dem Sofa, starrt unablässig an die Wand oder die Decke, schreibt von Zeit zu Zeit sieben Zeilen, von denen er nach einer Viertelstunde eine streicht, und wieder vergeht eine Stunde, und es geschieht nichts… Welcher…
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Jane Wels – Lilith
Lesezeit:
3–4 MinutenEin Gedicht von Jane Wels – auf Instagram von ihr geteilt – fragt nach einem Raum, in dem Sprache nicht mit Worten angefüllt ist. Das ist keine rhetorische Frage. Es ist eine, die Widerstand leistet gegen schnelle Antworten. Eine Annäherung. Die naheliegende Versuchung wäre, das Gedicht inhaltlich aufzulösen – aber bei Jane Wels funktioniert der…
