Birke, Mann

Das Foto vom „Birkenmann“ ist ein Zufallsfundstück und wurde im August 2016 in einer alten Halle neben der Bar Paniek in Antwerpen aufgenommen. Da das Foto vom Birkenmann in einer alten Halle aufgenommen wurde, war der Hintergrund nicht nett anzusehen und somit wurde er freigestellt und auf einen weißen Hintergrund gesetzt, so die Fotografen Silvia & Frank, die unter dem Nick pixel2013 auf dem Portal pixabay Fotografien ihre einstellen. Folgendes ist mir dazu eingefallen.

Ein Wesen aus den tiefen Wäldern des Nordens, wo die Birken flüsterten und der Wind Geschichten zwischen den Zweigen sang. Es war weder ganz Mensch noch ganz Baum, sondern etwas dazwischen – geboren aus der Rinde der alten Birken, geformt vom Nebel der Morgenstunden.

Eines Tages vernahm das Wesen einen Ruf, den es nicht verstand. Er kam aus der Ferne, aus der Richtung, in die sich nie ein Waldgeist wagte – aus der Stadt. Ein leises Summen, fremdartig, doch verlockend, zog es fort von den vertrauten Bäumen, hinaus in eine Welt aus Stein und Eisen.

Mit jedem Schritt entfernte es sich von den Wurzeln seiner Heimat. Die Luft schmeckte anders, der Boden war hart, und nirgendwo gab es Schatten, nur das Licht der Laternen, das niemals flackerte wie das der Sterne. Die Menschen eilten an ihm vorbei, achteten nicht auf die Gestalt mit der blassen, rissigen Haut, die an abgeblätterte Birkenrinde erinnerte. Es war unsichtbar unter ihnen, ein Wesen aus der Vergangenheit in einer Welt der Maschinen.

Erschöpft legte es sich schließlich nieder, zwischen rostigen Containern und verlassenen Lagerhallen. Sein Körper schien mit dem Holz des Bodens zu verschmelzen, seine Atemzüge wurden langsamer, leiser, bis sie nur noch ein Hauch im Wind waren. War es ein Schlaf? Ein Sterben? Oder war es der Moment, in dem die Stadt und der Wald sich für einen kurzen Augenblick berührten?

Niemand weiß, ob das Wesen je wieder aufwachte. Manche behaupten, sie hätten in manchen Nächten das leise Flüstern der Birken zwischen den Mauern gehört. Andere sagen, es sei in der Morgendämmerung verschwunden, als die Nebel über den Straßen lagen.

Vielleicht schläft es noch. Vielleicht träumt es von Wäldern, oder davon, eines Tages wieder zwischen den Menschen zu wandeln.

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