Günter Herburger (1932–2018) war ein Autor, der aus der Bewegung heraus schrieb – als Langstreckenläufer durch Wüsten und Gebirge, als junger Mann auf Wanderschaft durch mehrere Länder. Er studierte Sanskrit und Philosophie in München und Paris. Zusammen mit Walter Höllerer belebte er das lange, prosanahe Gedicht neu. Als Kinderbuchautor löste er sich von einer Literatur, die Kindheit nur als Harmonie zeigt. Als Epiker entwickelte er einen magischen Realismus, der sich naturwissenschaftlicher Bilder bedient. Er war zeitweise Mitglied der DKP, hielt sich zu Studienzwecken in der DDR auf, distanzierte sich später vom dogmatischen Kurs der Partei.
Kinderreich Passmoré (1986) ist sein siebter Gedichtband, 67 meist längere Gedichte. Laut einer Besprechung (planetlyrik.de) ist er dem Thema der Zeit gewidmet – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus historischer, naturwissenschaftlicher und autobiografischer Perspektive verschränkt. „Kinderreich“ meint dabei nicht wörtlich viele Kinder, sondern die Erfahrungswelt der Kinder – ihre Aufrichtigkeit, ihren gefühlvollen Umgang mit der Natur –, ausdrücklich ohne Romantisierung. Mehrere Gedichte des Bandes enthalten Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und die Judenverfolgung.
Quellen: planetlyrik.de, Besprechung von Kinderreich Passmoré, planetlyrik.de, Besprechung von Das Lager, Wikipedia, Günter Herburger
-

Günter Herburger – Kinderreich Passmoré
Lesezeit:
1–2 MinutenGünter Herburger (1932–2018) war ein Autor, der aus der Bewegung heraus schrieb – als Langstreckenläufer durch Wüsten und Gebirge, als junger Mann auf Wanderschaft durch mehrere Länder. Er studierte Sanskrit und Philosophie in München und Paris. Zusammen mit Walter Höllerer belebte er das lange, prosanahe Gedicht neu. Als Kinderbuchautor löste er sich von einer Literatur,…
-

Gedicht hinter Glas
Lesezeit:
2–3 MinutenGünter Herburger „Unter Glas“ | Manche Gedichte geben einem unmittelbar das Gefühl, einen Zugang zu haben. Dieses gehört nicht dazu. Beim ersten Lesen bleibt vor allem der Vater hängen, den man auf dem Dach „in den leeren Kanister gesperrt“ hat, „behaftet von Würmern, die waagerecht abstanden“. Man versucht, das aufzuschließen. Das Gedicht bleibt makaber, ohne…
