Wolf Huber (1485–1553) | Donaulandschaft bei Krems, Federzeichnung 1529 | Kupferstichkabinett Berlin

Hoffnung ausgelotet

Alles ist ausgelotet.
Die Tiefen sind vermessen.
Es gibt keine Unbekannte mehr.

Die größte Höhe ist erklommen.
Du vermisst das Höchste.
Verlorst dabei das Größte.

Berechnet, ausgerechnet ist alles,
Sinnvolles verloren.
Messbarer Sinn.

Gewonnen ist nichts?
Unsicher das Gemessene?
Verloren das Gesuchte?

Erspüre demütig, 
die Vermessung  —
in dir neue Werte.


Wolf Huber (1485–1553) | Donaulandschaft bei Krems, Federzeichnung 1529 | Kupferstichkabinett Berlin
Wolf Huber (1485–1553) | Donaulandschaft bei Krems, Federzeichnung 1529 | Kupferstichkabinett Berlin

Zum Titelbild: Wolf Huber (* um 1485 in Feldkirch, Vorarlberg; † 3. Juni 1553 in Passau) war ein österreichisch-deutscher Maler, Zeichner und Baumeister der Renaissance.Über sein Leben ist wenig bekannt. Seit etwa 1510 in Passau tätig, wurde er dort 1540 zum Hofmaler des Bischofssitzes und 1541 Stadtbaumeister. Mit eigentlichem Vornamen hieß er Wolfgang.

Huber, der neben Albrecht Altdorfer als der bedeutendste Meister der Donauschule gilt, wird heute vor allem wegen seiner leichthändigen, wie geschriebenen Landschaftszeichnungen geschätzt. Er entwickelte die „beseelte“ Landschaft von innig-zarter Naturschilderung bis zu dämonischen Visionen. In Hubers Malerei gewinnt die Landschaft gegenüber dem Szenischen den Vorrang.

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