Kategorie: Angeregte Dialoge

Literatur ist für mich weit mehr als reine Information und Unterhaltung – sie ist ein Quell der Inspiration und Anlass für lebendige Gespräche, sowohl innere als auch äußere. Anstatt in der stillen Rezeption zu verharren, nutze ich die Kraft der Texte, um mein eigenes Denken anzustoßen und neue Perspektiven zu gewinnen.

In dieser Rubrik versammle ich Arbeiten, die aus solchen Begegnungen entstanden sind – in Worten, Bildern, Tönen. Sie sind keine Rezensionen, sondern eigenständige Antworten: Spuren eines Dialogs, der zwischen den Zeilen stattfindet und nach verschiedenen Ausdrucksformen sucht.

  • Das Wort für Welt

    Das Wort für Welt

    Lesezeit:

    2–3 Minuten

    Die Illustratorin Hannah Brückner ist mir durch ein Bild aus der Lockdown-Zeit aufgefallen: Ein Radler fährt durch etwas Unbestimmtes — mit Blatt und Blüte,  Wolken und etwas, das mich an einen Bücherschrank erinnert, der mit einem Komm! lockt. Da für mich Lesen bedeutet, in Bewegung zu kommen, habe ich mir dieses Bild gemerkt. Jetzt hat…

  • Karten zeichnen wie früher — ein Versuch

    Karten zeichnen wie früher — ein Versuch

    Lesezeit:

    1–2 Minuten

    In Hansjörg Schertenleibs Erzählung Der Antiquar gibt es eine Stelle, an der der Protagonist als Kind einen See kartiert. Mit eigenen Mitteln, aus eigener Anschauung. Diese Stelle hat mich nicht losgelassen.Vor Satelliten und Luftbildern kannte man Gelände nur von unten. Man ist es abgegangen, hat gezählt, geschätzt, gezeichnet. Die Karte war kein Abbild — sie…

  • Portolankarten als literarische Rätsel

    Portolankarten als literarische Rätsel

    Lesezeit:

    8–12 Minuten

    „Warum ist es, dass wir uns von den Linien, die die Menschen einst um sich und durch die Gegend gezogen haben, so sehr angezogen fühlen?“ – diese Frage W.G. Sebalds steht über jeder Portolankarte. Die mittelalterlichen Seekarten zeigen Küsten und Häfen mit einer Genauigkeit, deren Verfahren bis heute ungeklärt ist. Der Essay erkundet dieses Rätsel…

  • ich kann gedichte nicht ausstehen.

    ich kann gedichte nicht ausstehen.

    Lesezeit:

    1–2 Minuten

    ich bin im wald, stehe vor einem innerwald. nach einer intensiven forsternte bildeten sich so viele junge bäume, dass — von außen betrachtet — ein wald im wald entstanden ist. die bäumchen scheinen sich gegenseitig licht und raum zu nehmen, alles grau, trocken und dunkel. es gilt sich zu konzentrieren, denn hier geht es durch,…

  • Ob Irgendwas

    Ob Irgendwas

    Lesezeit:

    1–2 Minuten

    Von Holzarbeitern stehengelassen verharrt ein Baumrest auf der Lichtung. Wir begegnen uns auf Augenhöhe. Der Blick vom Moos in Schulterhöhe hin zu den Verwerfungen — ein Gesicht, das bekannt erscheint. Blicke in alle Richtungen. Ob ein Tier. Ob irgendetwas. Dieses langsame holzene Zurechtrücken im Dunkeln. Weitere Lyrik

  • trübe

    trübe

    Lesezeit:

    1–2 Minuten

    es ist als trüge sieden schönsten dunkelgrauenhosenanzugschlagbaumin den taschen und ich bleibe weiß hände in bewegungdas dunkle trübt sich Dieses Gedicht ist entstanden, weil ich mich verlesen hatte. Das Aquarell folgte beim Versuch, das Trüben des Dunkelgrau zu sehen.

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