Kategorie: LektüreNotizen

Inspiriert von der Praxis des Lesetagebuchs, nutze ich unterschiedliche Formen, um diesen Prozess abzubilden: Skizzen verorten plötzliche Einsichten, Töne halten die Stimmung einer Passage fest, Filme fangen Bewegung ein, wo Worte erstarrten. Form follows function – denn nur so lässt sich erfassen, was beim Lesen geschieht: ein Dialog, der nicht endet.

  • Wer darf benennen, was Trauer bedeutet

    Wer darf benennen, was Trauer bedeutet

    Lesezeit:

    2–3 Minuten

    Über „Wegen der Inseln“ von Susanne Neuffer, Merkur Nr. 905, 2024 | Dieser Text hat mehrere Fäden, denen man folgen könnte. Ich habe mich für einen entschieden. Susanne Neuffers Kurzgeschichte, Miniatur erzählt von einer Schulklasse, die in Trauer verfällt. Oder so etwas Ähnlichem wie Trauer. Ausgelöst von einem neuen Mädchen namens Marsha, das eines Tages…

  • Außerhaustier – Carla Schwiegk

    Außerhaustier – Carla Schwiegk

    Lesezeit:

    2–4 Minuten

    Das Zündblättchen, Heft 115 | In der Elbtalaue, wo ich wohne, brütet seit Jahren ein Krähenpaar in einer alten Eiche. Die Vögel kommen täglich — zum Hühnerfutter, zum Teich, einfach so. Sie haben keine Angst. Es ist kein Zähmen, kein Vertrautmachen. Es ist ein Nebeneinander, das sich langsam, ohne Absprache, eingespielt hat. Man kennt sich.…

  • Die Roggenmuhme – Werner Lindemann

    Die Roggenmuhme – Werner Lindemann

    Lesezeit:

    1–2 Minuten

    Der Titel selbst setzt schon den Ton. „Roggenmuhme“ klingt nach Volksüberlieferung, nach Figur zwischen Märchen und bäuerlicher Mythologie. Bei Lindemann wird daraus aber kein folkloristisches Spiel. Diese Figuren stehen eher am Rand des Sagbaren – sie markieren, wie stark Landschaft und Imagination ineinandergreifen. Roggenfeld, Wind, Jahreszeiten: Das ist keine Kulisse, sondern ein Wahrnehmungsraum, in dem…

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