Eine Frage des Glaubens

Glaubensbekenntnisse

Glaubensbekenntnisse verschiedener Religionsgemeinschaften – Fast jede Religion hat eines. Mit der Wiedergabe machen sich die Gläubigen bewusst, woran sie glauben. Zudem dient es als Gesprächsgrundlage mit ihrem Gott oder Vorbild und für den Suchenden nach einer Gemeinschaft, als möglichen Türöffner.

Die Bekenntnisse lasse ich weitgehend unkommentiert, zur möglicherweise geistigen Erbauung bzw. Reflexion & Kennenlernen. Ich gestehe, obwohl ich katholisch getauft wurde, war mir das Apostolische Bekenntnis nicht bekannt. Was nichts mit meinem späteren Kirchenaustritt zu tun hat. Ein Punkt, der mir bisher nicht wirklich bewusst war: die überwiegende Fokussierung auf einen Gott bzw. Stellvertreter. Warum ist das so? Muss es so sein?

Apostolisches Bekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische (evangelisch: christliche) Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis gilt als das älteste christliche Glaubensbekenntnis, dessen Anfänge auf das 2. Jahrhundert nach Christus zurückgehen. Wer sich an dem Begriff „katholisch“ stört:  es bedeutet nichts anderes als „weltumspannend“, und das möchte die Kirche Jesu Christi sein.

Foto || Sasin Tipchai via pixabay

Das buddhistische Bekenntnis

Ich bekenne mich zum Buddha, meinem unübertroffenen Lehrer. Er hat die Vollkommenheiten verwirklicht und ist aus eigener Kraft den Weg zur Befreiung und Erleuchtung gegangen. Aus dieser Erfahrung hat er die Lehre dargelegt, damit auch wir endgültig frei von Leid werden.

Ich bekenne mich zum Dharma, der Lehre des Buddha. Sie ist klar, zeitlos und lädt alle ein, sie zu prüfen, sie anzuwenden und zu verwirklichen.

Ich bekenne mich zum Sangha, der Gemeinschaft derer, die den Weg des Buddha gehen und die verschiedenen Stufen der inneren Erfahrung und des Erwachens verwirklichen.

Ich habe festes Vertrauen zu den Vier Edlen Wahrheiten:

Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.
Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad.
Ich habe festes Vertrauen in die Lehre des Buddha:

Alles Bedingte ist unbeständig.
Alles Bedingte ist leidvoll.
Alles ist ohne eigenständiges Selbst.
Nirvana ist Frieden.
Ich bekenne mich zur Einheit aller Buddhisten und begegne allen Mitgliedern dieser Gemein­schaft mit Achtung und Offenheit. Wir folgen dem Buddha, unserem gemeinsamen Lehrer und sind bestrebt, seine Lehre zu verwirklichen. Ethisches Verhalten, Sammlung und Weisheit führen zur Befreiung und Erleuchtung.

Ich übe mich darin, keine Lebewesen zu töten oder zu verletzen, Nichtgegebenes nicht zu nehmen, keine unheilsamen sexuellen Handlungen zu begehen, nicht unwahr oder unheilsam zu reden, mir nicht durch berauschende Mittel das Bewusstsein zu trüben.

Zu allen Lebewesen will ich unbegrenzte Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut entfalten, im Wissen um das Streben aller Lebewesen nach Glück.

Foto || Samer Chidiac via pixabay

Das Bekenntnis im Islam

Das Glaubensbekenntnis ist auch für Muslimen die wichtigste Aussage ihres Glaubens. Es heißt auf Arabisch Schahada und ist die erste Säule des Islam. Die Säulen des Islam sind die Lebensregeln der Muslime.
Fast jedes muslimische Kind kennt die Schahada. Sie ist ganz kurz und lautet:

„Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt, nur Allah allein und ich bezeuge, Mohammed ist der Gesandte Allahs.“

Der erste Teil der Schahada beteuert die Einheit und die Einzigkeit Allahs. Im zweiten Teil wird bekräftigt, dass der Prophet Mohammed ein Vorbild für die Muslime ist. Muslime nehmen diesen Satz sehr ernst, er bedeutet für sie, dass sie nur an den einen Gott glauben und im Vertrauen auf Gott ihr Leben gestalten. Ihr Prophet Mohammed hat ihnen gezeigt, wie sie das am Besten tun können. Die Schahada zieht sich durch das ganze Leben vieler Muslime. Dem Baby wird sie schon kurz nach der Geburt ins Ohr geflüstert. Außerdem ist die Schahada Teil des Gebetsrufes und der täglichen Pflichtgebete. Wenn jemand den Glauben des Islam annehmen möchte, muss er ihn vor Zeugen sprechen. Übrigens sollte laut Koran das Glaubensbekenntnis auch der letzte Satz sein, den ein Moslem in seinem Leben spricht.

Foto || nile via pixabay

Das Bekenntnis im Hinduismus

Da die Schriften des Hinduismus mehr von den Taten der Menschen als von ihrem Denken handeln, findet man, obwohl es nur wenige Praktiken und Glaubensformen gibt, die von allen ausgeübt werden, eine weitaus größere Übereinstimmung im Verhalten der Hindus als in ihrem Glauben. Neben der Rezitation der Gayatri-Hymne bei Morgengrauen gibt es keine festgelegten oder vorgeschriebenen Gebete oder Bezeugnisse.
Es gibt einige wenige Praktiken, die bei fast allen Hindus üblich sind: die Hochachtung gegenüber ihren Priestern, der Brahmanen-Kaste; und die Verehrung der Kuh; das Verbot Rindfleisch zu verzehren sowie die Eheschließung innerhalb der Kaste.

Jerusalem || Klagemauer
Foto || Alan Kotok via pixabay

Schma Jisrael || Das Bekenntnis im Judentum

„Sch’ma Jisrael“ bedeutet „Höre, Israel!“. So heißt das Glaubensbekenntnis der Juden. Es steht in der Tora im 1.Buch Mose Kapitel 6. und ist das wichtigste Gebet im Judentum. Wenn sie es sprechen, legen viele Juden die Hand über die Augen. Damit schützen sie sich vor Ablenkungen, denn auf dieses Gebet wollen sie sich ganz konzentrieren.
Das Sch’ma Jisrael ist in hebräischer Sprache geschrieben. So lautet eine Übersetzung:

Höre Israel!

Gott ist einzig, darum sollst du ihn lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft!

Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen geschrieben stehen und du sollst sie deinen Kindern erzählen und davon, wenn du zuhause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst.
Du sollst sie als Zeichen um dein Handgelenk binden und sie sollen ein Merkzeichen auf deiner Stirn sein.
Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben.

Gott ist einzig, darum sollst du ihn lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft!

Spricht Sie eines dieser Glaubensbekenntnisse besonders an? Welches und Warum? Und was geht Ihnen bei den Bekenntnissen durch den Kopf, die für Sie nicht glaubenswürdig sind? Ich freue mich über Ihre Kommentare.

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