Kategorie: Angeregte Dialoge

Literatur ist für mich weit mehr als reine Information und Unterhaltung – sie ist ein Quell der Inspiration und Anlass für lebendige Gespräche, sowohl innere als auch äußere. Anstatt in der stillen Rezeption zu verharren, nutze ich die Kraft der Texte, um mein eigenes Denken anzustoßen und neue Perspektiven zu gewinnen.

In dieser Rubrik versammle ich Arbeiten, die aus solchen Begegnungen entstanden sind – in Worten, Bildern, Tönen. Sie sind keine Rezensionen, sondern eigenständige Antworten: Spuren eines Dialogs, der zwischen den Zeilen stattfindet und nach verschiedenen Ausdrucksformen sucht.

  • Begegnung in Grau

    Begegnung in Grau

    Ein Blatt, ein Strich, ein Schatten nur, da löst sich auf die starre Schnur, ein Wesen, das ins Leben weht. Kein Ast mehr, nein, ein wilder Schwung, ein Teil von dir, geheimnisvoll. Dein Antlitz, alt und ewig jung, aus Märchenland, so kraftvoll, toll. Du jagst dahin, ein schneller Geist, durch Linien, die dich kaum noch…

  • Das erste Buch: Eine Anthologie über literarische Debüts

    Das erste Buch: Eine Anthologie über literarische Debüts

    Renatus Deckerts „Das erste Buch. Schriftsteller über ihr literarisches Debüt“, erschienen 2007 im Suhrkamp Verlag, ist eine Anthologie, die sich der Bedeutung des ersten veröffentlichten Werks von Autoren widmet. Für dieses Projekt bat Deckert fast einhundert deutschsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller, ihre Gedanken und Erfahrungen zu ihrem Debüt in einem Text zu formulieren, oft Jahrzehnte nach…

  • Günter Abramowski & Maria Fernanda Chaparro

    Günter Abramowski & Maria Fernanda Chaparro

    2006 erschien die Ausgabe #15 mit dem Lyriker Günter Abramowski und der in Dresden lebenden Plastikerin Maria Fernanda Chaparro, die die Gedichte mit drei Bleistiftzeichnungen begleitet. Annähernd gelesen | Maria Fernanda Chaparro | 1972in Sagamoso, Kolumbien geboren, seit 2001 freischaffende Künstlerin lebt in Dresden und in der Schweiz (Stand 2006). Sie war 2003 – 2005…

  • Adolf Endlers Erinnerungen an die Entstehung seines Debüts „Weg in die Wische“

    Adolf Endlers Erinnerungen an die Entstehung seines Debüts „Weg in die Wische“

    Adolf Endler beschreibt in seinem Text die Entstehung seines ersten Buches, „Weg in die Wische“, das 1960 erschien. Dabei schildert er nicht nur die landschaftlichen Eindrücke der Wische, sondern auch seine äußerst kritische und ablehnende Haltung gegenüber dem Werk. Endler beginnt mit einer stimmungsvollen Beschreibung der altmärkischen Wische im Spätherbst. Er schildert die matschigen, unwegsamen…

  • Gründe – Jürgen Völkert-Marten

    Gründe – Jürgen Völkert-Marten

    Jürgen Völkert-Marten konstruiert in diesem Gedicht einen Zirkel aus Flucht und Rückkehr. Das lyrische Ich denkt an seine „Ingo-Zahl“ – einen Begriff, der rätselhaft bleibt, aber offenbar eine Art Bewertung oder Messung seiner selbst darstellt. Diese Beschäftigung mit der eigenen Vermessung führt ihn zu einer Erkenntnis: Wichtigeres existiert, doch dieses Wichtigere entzieht sich seinem Zugriff.…

  • Kirstin Warschau und Ille Chamier

    Kirstin Warschau und Ille Chamier

    LektüreNotizen | Das Zündblättchen #32 beinhaltet die Kurzgeschichte „Tropisches Wasser“ von Kirstin Warschau. Ille Chamier illustriert den Text mit drei Frottagen. Entnommen sind sie dem Band “ Tu vois“ – Bildlegenden – Handedition Textille, 2006. [Textille – ein schönes Wortspiel] Bisher kannte ich Frottagen nur von Max Ernst oder Manfred Butzmann. Sie geht einen Schritt…

  • siebenunddreißig geboren

    siebenunddreißig geboren

    in ,
    3–5 Minuten

    Annähernd gelesen | Das Gedicht verdichtet die existenzielle Erfahrung eines Kindes, das 1937 in eine vom Krieg geprägte Welt geboren wird. Schon die nüchterne Eröffnung „siebenunddreißig geboren“ verankert die Verse historisch – eine Generation, deren Kindheit von Bombennächten und Bunkern überschattet war. Die wiederholte Betonung „ich kam auf die Welt“ unterstreicht nicht nur das Wunder des Lebens, sondern auch…

  • aber das kaputte Salzfaß

    aber das kaputte Salzfaß

    in ,
    2–3 Minuten

    Eine Annäherung | Dieses Gedicht erzählt eine Geschichte, die von einem rätselhaften Bild lebt: dem kaputten Salzfass. Es ist zerbrochen, hält nichts mehr, und doch wird es immer wieder gefüllt. Salz selbst ist ja seit jeher ein Symbol für das Lebensnotwendige – es würzt unser Essen, konserviert, und die Redewendung vom „Salz der Erde“ spricht…

  • Der eine Satz

    Der eine Satz

    Annäherung an Ille Chamiers „das kaputte Salzfaß wird behandelt wie ein heiliger Topf“ Manchmal ist es ein einziger Satz, der innehalten lässt, irritiert und zum Nachfassen einlädt. Ille Chamiers Zeile „das kaputte Salzfaß wird behandelt wie ein heiliger Topf“ aus ihrem 1980 erschienenen Lyrikband Tagtexte ist so ein Fall. Beim ersten Lesen habe ich mich…

  • Rolf Borzik

    Rolf Borzik

    Bei der Rechcherche zum Fotografen des Umschlagbildes von Tagtexte habe ich dieses Zitat von ihm auf der Seite von Pina Bausch Foundation gefunden: „Ich glaube, man muß sehr bescheiden sein in der Wahl eines Stoffes, weil man sich zu einem intimen Freund bekennt, der sich nicht wehren kann. Diese Konfrontation hat die besten Chancen, wenn…

  • Ille Chamier – Lied 76

    Ille Chamier – Lied 76

    Eine Annäherung | Ille Chamiers Gedicht „Lied 76“ aus den 1970er Jahren erzählt von einer Frau, die zwischen patriarchalen Erwartungen und eigener Ohnmacht gefangen ist. Ihr Mann schickt sie mit dem unmöglichen Auftrag aufs Feld, „Stroh zu Gold zu spinnen“ – eine bittere Anspielung auf das Rumpelstilzchen-Märchen. Doch anders als im Märchen gibt es hier…

  • Udo Degener

    Udo Degener

    „Meine Gedichte sind kleine Bestände im Warenlager der Poesie.“ Mit dieser Setzung beschreibt Udo Degener in Poesiealbum 244 eine Poetik, die auf Umlauf, Begrenzung und Gebrauch zielt. Die Gedichte erscheinen nicht als auratische Einzelstücke, sondern als Bestand, Material, Versuch. Die wiederholte Formel „Meine Gedichte sind“ erzeugt dabei keine Definition, sondern eine Abfolge von Verschiebungen: vom…

  • Kurt Marti | Zärtlichkeit und Schmerz

    Kurt Marti | Zärtlichkeit und Schmerz

    «Jeder Terror rechtfertigt sich mit objektiver Notwendigkeit. Um so mehr gilt es, unbeirrt subjektiv zu sein.» Kurt Marti Dieses Buch von Kurt Marti aus dem Jahre 1979 trägt den Titel : Zärtlichkeit und Schmerz | Notizen. Die Formulierung wirkt auf eine überraschende, fast provokative Art emotional und subjektiv, was umso mehr auffällt, als der Autor sonst…

  • Wolken und Kastanien – Der Newsletter von Renatus Deckert

    Wolken und Kastanien – Der Newsletter von Renatus Deckert

    St. Johannis, die älteste der drei großen Lüneburger Kirchen, war für mich vor allem eins: schmuddeliger Durchgangsort. Abfall in den Ecken, trunkene Menschen auf den Stufen, Tauben, die ihre Spuren hinterließen. Ich bin oft daran vorbeigegangen, ohne hinzusehen. Dann las ich Renatus Deckerts Text über diese Kirche. Kennengelernt hatte ich ihn bei einem Schreibworkshop im…

  • Weibliche Perspektiven in der Literatur

    Weibliche Perspektiven in der Literatur

    In dieser Rubrik sammle ich Texte, die mir eine spezifische Sensibilität für das Ungehörte, das Ungesehene in unserem Zusammenleben vermitteln: ob in der Naturlyrik Sarah Kirschs, den urbanen Miniaturen Judith Hermanns oder den gesellschaftlichen Spiegelungen bei Olga Tokarczuk. Es sind Stimmen, die aus anderen Erfahrungsräumen erzählen – und damit die Welt anders sichtbar machen. Hier…

  • Kulturelle Verluste durch Vertreibung

    Kulturelle Verluste durch Vertreibung

    in
    11–16 Minuten

    Die Nationalsozialisten verfolgten während ihrer Diktatur eine aggressive Expansionspolitik, die auch zur Vertreibung zahlreicher Tschechen aus dem Sudetenland führte. Die Grundlage hierfür bildete das sogenannte Münchner Abkommen. Das Münchner Abkommen Das Münchner Abkommen wurde am 30. September 1938 in München zwischen Deutschland (Adolf Hitler), dem Vereinigten Königreich (Neville Chamberlain), Frankreich (Édouard Daladier) und Italien (Benito…

  • Tagtexte – Ille Chamier

    Tagtexte – Ille Chamier

    LektüreNotizen | Knappe biografische Angaben zur Autorin, ansonsten: kein Klappentext, kein Marketingsprech, kein Inhaltsverzeichnis. Lesende sind mit sich und den Texten allein. Das ist gut. Die Tagtexte sind in Lyrikform ; wobei ich nicht weiß, ob der Einzeiler am Anfang bereits ein Gedicht ist. Jedenfalls ist er der Einstieg in eine (zu erzählende) Geschichte. „das…

  • Werke von Ille Chamier – Eine Bibliografie im Aufbau

    Werke von Ille Chamier – Eine Bibliografie im Aufbau

    Der erste Teil dieser Zusammenstellung bezieht sich auf Ausgaben mit Texten von Ille Chamier, die in meinem Bestand sind. Im zweiten Teil habe ich aufgeführt, welche Ausgaben ich aktiv suche. Ich freue mich über jeden Hinweis, wo weitere Texte, Illustrationen, Bilder zu finden, zu erhalten sind. DAS ZÜNDBLÄTTCHEN – Heft 21 – Text – weiterlesenEDITION…

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