Kategorie: Angeregte Dialoge

Literatur ist für mich weit mehr als reine Information und Unterhaltung – sie ist ein Quell der Inspiration und Anlass für lebendige Gespräche, sowohl innere als auch äußere. Anstatt in der stillen Rezeption zu verharren, nutze ich die Kraft der Texte, um mein eigenes Denken anzustoßen und neue Perspektiven zu gewinnen.

In dieser Rubrik versammle ich Arbeiten, die aus solchen Begegnungen entstanden sind – in Worten, Bildern, Tönen. Sie sind keine Rezensionen, sondern eigenständige Antworten: Spuren eines Dialogs, der zwischen den Zeilen stattfindet und nach verschiedenen Ausdrucksformen sucht.

  • Sophia und die Eisheiligen: Zwischen Bauernregel und Heiligenlegende

    Sophia und die Eisheiligen: Zwischen Bauernregel und Heiligenlegende

    Lesezeit:

    7–10 Minuten

    Ausgangspunkt für diesen Text ist die Lektüre des Gedichtes die namen der eisheiligen von Nathalie Schmid. Sophia: Ein Gedicht über verlorene Gewissheiten War sie jung oder alt, aus Rom oder Mailand?Starb sie unter Diokletian oder früher, unbekannt?Hatte sie drei Töchter mit Namen wie Gebet –Pistis, Elpis, Agape – oder war das eine, die daneben steht?…

  • Brief ans Ungesagte – An die Leerstellen schreiben

    Brief ans Ungesagte – An die Leerstellen schreiben

    Lesezeit:

    6–9 Minuten

    Nathalie Schmid: „die namen der eisheiligen“ Aus: Atlantis lokalisieren (Gedichte), Wolfbach Verlag, Zürich 2011 Gedichte leben von dem, was sie verschweigen. Von den Figuren, die keinen Namen bekommen. Von den Bewegungen, die abbrechen. Von dem, was „noch zart und ohne worte war“ und dann fort ist. Die dritte Methode richtet sich an diese Leerstellen. Ich…

  • Fragmentarische Re-Inszenierung – Mit fremden Worten antworten

    Fragmentarische Re-Inszenierung – Mit fremden Worten antworten

    Lesezeit:

    4–6 Minuten

    Nathalie Schmid: „die namen der eisheiligen“ Aus: Atlantis lokalisieren (Gedichte), Wolfbach Verlag, Zürich 2011 Es gibt Gedichte, bei denen reicht es nicht, über sie zu sprechen. Man muss durch sie hindurch. Man muss ihre Wörter durch die eigenen Hände gehen lassen, sie neu zusammensetzen, ihren Rhythmus im eigenen Körper spüren. Die fragmentarische Re-Inszenierung ist keine…

  • Das Rollengespräch – Wenn das Gedicht widerspricht

    Das Rollengespräch – Wenn das Gedicht widerspricht

    Lesezeit:

    4–6 Minuten

    Nathalie Schmid: „die namen der eisheiligen“ Aus: Atlantis lokalisieren (Gedichte), Wolfbach Verlag, Zürich 2011 Ich beginne mit dem Titel. „Die namen der eisheiligen“ – kein Artikel, alles kleingeschrieben. Die Eisheiligen kennen wir: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, die Kalte Sophie. Heilige, die im Mai für Kälte stehen, für letzte Fröste, bevor der Frühling wirklich kommt.Aber das…

  • Nathalie Schmid: der geschmack von kartoffeln

    Nathalie Schmid: der geschmack von kartoffeln

    Lesezeit:

    3–4 Minuten

    Nathalie Schmids Gedicht „der geschmack von kartoffeln“ porträtiert „einen schlag von frauen“ durch eine Collage körperlicher und alltäglicher Details, die auf den ersten Blick schlicht dokumentarisch wirken. Doch zwischen den Zeilen entfaltet sie eine Dichte, die mich bekümmert: ein Leben, das nur noch rückblickend Bedeutung hat. Verschlossene Innenwelten Die Frauen des Gedichts zeigen sich in…

  • Marina Büttner – Notizen, Selbstgespräche

    Marina Büttner – Notizen, Selbstgespräche

    Lesezeit:

    8–12 Minuten

    In der WORTSCHAU #44 bin ich auf ein Selbstgespräch von Marina Büttner gestoßen: „In einem vorherigen Leben war ich eine Reisende.“ Reflektierende Notizen um das Reisen – das innere wie das räumliche, um Bewegung und Stillstand, um Erinnerung und Verlust. Etwas in diesem Satz resonierte, ohne dass ich sofort hätte sagen können, warum. Eine erste…

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