Kategorie: LektüreNotizen

Inspiriert von der Praxis des Lesetagebuchs, nutze ich unterschiedliche Formen, um diesen Prozess abzubilden: Skizzen verorten plötzliche Einsichten, Töne halten die Stimmung einer Passage fest, Filme fangen Bewegung ein, wo Worte erstarrten. Form follows function – denn nur so lässt sich erfassen, was beim Lesen geschieht: ein Dialog, der nicht endet.

  • LektüreNotizen

    LektüreNotizen

    Lesezeit:

    2–3 Minuten

    Lesen als Kartieren von Gelände | Lesen ist für mich kein lineares Voranschreiten, sondern ein Vermessen von Gelände. Meine Notizen – über Jahre hinweg entstanden, fragmentarisch, oft assoziativ – sind keine Protokolle, sondern Landkarten im Werden. Sie halten fest, wie sich Texte verzweigen: in Schluchten unerwarteter Bezüge, über Hügelkämme von Genres hinweg, durch Wälder, in…

  • Essay – Einen Stein zum Sprechen bringen – Annie Dillard

    Essay – Einen Stein zum Sprechen bringen – Annie Dillard

    Lesezeit:

    5–8 Minuten

    Der Mensch sucht ständig nach Resonanz, nach einer sprechenden Welt, die ihn bestätigt oder anspricht. Annie Dillards Essay „Teaching a Stone to Talk“ (dt. „Einen Stein zum Sprechen bringen“) – ein dichter, meditativer Text, der sich in sechs Abschnitten von einer skurrilen Anekdote zu einer kosmologischen Meditation über Schweigen und Zeugenschaft entwickelt. Ausgangsbild (I): Ein…

  • Leben wie die Wiesel – Annie Dillard

    Leben wie die Wiesel – Annie Dillard

    Lesezeit:

    4–5 Minuten

    Das Wiesel ist bei Dillard eher ein Gegenbild zum menschlichen Bewusstsein: Es führt ihr vor, was verloren geht, wenn wir ständig über unser Leben nachdenken, es bewerten, planen und uns von Möglichkeiten zerstreuen lassen. Begegnung → Erschütterung → Sehnsucht nach einer anderen Art zu leben. Dillard beginnt mit dem Wiesel als Tier. Sie beschreibt es…

  • Gedicht hinter Glas

    Gedicht hinter Glas

    Lesezeit:

    2–3 Minuten

    Günter Herburger „Unter Glas“ | Manche Gedichte geben einem unmittelbar das Gefühl, einen Zugang zu haben. Dieses gehört nicht dazu. Beim ersten Lesen bleibt vor allem der Vater hängen, den man auf dem Dach „in den leeren Kanister gesperrt“ hat, „behaftet von Würmern, die waagerecht abstanden“. Man versucht, das aufzuschließen. Das Gedicht bleibt makaber, ohne…

  • Annie Dillard – Einen Stein zum Sprechen bringen – Naturkunden

    Annie Dillard – Einen Stein zum Sprechen bringen – Naturkunden

    Lesezeit:

    3–5 Minuten

    Einen Stein zum Sprechen bringen | Aufbrüche und Begegnungen (Teaching a Stone to Talk: Expeditions and Encounters) ist eine 1982 erstmals veröffentlichte Essay-Sammlung, in der Annie Dillard Naturbeobachtungen aus unterschiedlichsten Räumen (Nordamerika, Südamerika, Galápagos) mit spirituellen und philosophischen Fragen verknüpft. Im Zentrum steht ihre Erfahrung, dass die Natur zugleich faszinierend, fremd und oft grausam ist;…

  • Ankunft. Elisabeth Wesuls.

    Ankunft. Elisabeth Wesuls.

    Lesezeit:

    1–2 Minuten

    Ich habe das Gedicht gelesen. Immer wieder. Und immer wieder hat es mich woanders hingeschickt. Ich bin gegangen. Wiedergekommen. Elisabeth Wesuls | Ankunft: Eine Frau kehrt nach Jahren in ein verfallenes Haus zurück. Findet Schaden. Entdeckt Leerstellen. Richtet sich neu ein. Nachts kriecht etwas vom Keller herauf. Der erste Absatz begegnet mir körperlich. Schwarzschlündig die…

  • Roswitha Quadflieg – Ihr wart doch meine Feinde

    Roswitha Quadflieg – Ihr wart doch meine Feinde

    Lesezeit:

    5–8 Minuten

    Dieser Roman von Roswitha Quadflieg erschien 2022 im Faber & Faber Verlag und ist als Kammerspiel angelegt: Fast die gesamte Handlung konzentriert sich auf einen Leichenschmaus nach der Beerdigung einer ehemaligen inoffiziellen Mitarbeiterin der Staatssicherheit der DDR. Im Zentrum steht die verstorbene Gabriele Holm, deren Vergangenheit als Stasi-Informantin während der Trauerfeier offengelegt wird. Eingeladene und…

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