Kategorie: LektüreNotizen
Inspiriert von der Praxis des Lesetagebuchs, nutze ich unterschiedliche Formen, um diesen Prozess abzubilden: Skizzen verorten plötzliche Einsichten, Töne halten die Stimmung einer Passage fest, Filme fangen Bewegung ein, wo Worte erstarrten. Form follows function – denn nur so lässt sich erfassen, was beim Lesen geschieht: ein Dialog, der nicht endet.
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ich kann gedichte nicht ausstehen.
Lesezeit:
1–2 Minutenich bin im wald, stehe vor einem innerwald. nach einer intensiven forsternte bildeten sich so viele junge bäume, dass — von außen betrachtet — ein wald im wald entstanden ist. die bäumchen scheinen sich gegenseitig licht und raum zu nehmen, alles grau, trocken und dunkel. es gilt sich zu konzentrieren, denn hier geht es durch,…
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Seume – Müller – Delius
Lesezeit:
2–3 MinutenIch habe das Buch gelesen. F.C. Delius, Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus. Eine Erzählung, die gut läuft, linear, klar. Und trotzdem blieb etwas hängen – ein leises Unbehagen, das ich lange nicht greifen konnte. Der Umweg kam über einen Podcast. Jan Josef Liefers, aufgewachsen in Dresden, sagt sinngemäß: Wer in der DDR groß geworden…
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Ob Irgendwas
Lesezeit:
1–2 MinutenVon Holzarbeitern stehengelassen verharrt ein Baumrest auf der Lichtung. Wir begegnen uns auf Augenhöhe. Der Blick vom Moos in Schulterhöhe hin zu den Verwerfungen — ein Gesicht, das bekannt erscheint. Blicke in alle Richtungen. Ob ein Tier. Ob irgendetwas. Dieses langsame holzene Zurechtrücken im Dunkeln. Weitere Lyrik
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trübe
Lesezeit:
1–2 Minutenes ist als trüge sieden schönsten dunkelgrauenhosenanzugschlagbaumin den taschen und ich bleibe weiß hände in bewegungdas dunkle trübt sich Dieses Gedicht ist entstanden, weil ich mich verlesen hatte. Das Aquarell folgte beim Versuch, das Trüben des Dunkelgrau zu sehen.
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Wer darf benennen, was Trauer bedeutet
Lesezeit:
2–3 MinutenÜber „Wegen der Inseln“ von Susanne Neuffer, Merkur Nr. 905, 2024 | Dieser Text hat mehrere Fäden, denen man folgen könnte. Ich habe mich für einen entschieden. Susanne Neuffers Kurzgeschichte, Miniatur erzählt von einer Schulklasse, die in Trauer verfällt. Oder so etwas Ähnlichem wie Trauer. Ausgelöst von einem neuen Mädchen namens Marsha, das eines Tages…
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Außerhaustier – Carla Schwiegk
Lesezeit:
2–4 MinutenDas Zündblättchen, Heft 115 | In der Elbtalaue, wo ich wohne, brütet seit Jahren ein Krähenpaar in einer alten Eiche. Die Vögel kommen täglich — zum Hühnerfutter, zum Teich, einfach so. Sie haben keine Angst. Es ist kein Zähmen, kein Vertrautmachen. Es ist ein Nebeneinander, das sich langsam, ohne Absprache, eingespielt hat. Man kennt sich.…
