Über ErsatzGestalt

ErsatzGestalt? ErsatzGestalt!

Jedes Wort einer Sprache ist eine Gestalt, und alles, was einen Namen hat, kann als Gestalt angesehen werden, denn andernfalls würde es aufhören zu existieren, sich in Chaos auflösen, in das imaginäre Gegenteil von Gestalt.

Jan Turnovsky in seiner Masterarbeit The Weltanschauung as an Ersatz Gestalt.

Dieser Blog ist ein Experiment. Eine Auseinandersetzung über und mit Literatur.

Was macht ein Text mit mir? Berührt er mich? Treibt er mich an? Bringt er mich zu etwas hin? Lässt er mich kalt? Darum geht es in diesem Magazin. Wir lesen und lassen die Worte wirken. Und aus diesen Leseerlebnissen schaffen wir Neues. Festgehalten in digitalen Sudelbüchern. Hier.

Die Idee zu diesem Blog ist zwei Initialzündungen zu verdanken. Zum einen das bekannte Zitat von Franz Kafka:

Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.

Franz Kafka

Der finale Anstoß für diesen Blog. Mit diesem Buch habe ich eine ältere Idee wieder aufgegriffen. Mehr zu diesem Buch.

Jan Turnovsky | The Weltanschauung as an Ersatz Gestalt
Edited by Eva Guttmann, Gabriele Kaiser, Claudia Mazanek,
diachron | PARK BOOKS

Und: mein persönliches Bucherleben. Es passiert mir immer wieder, dass ich durch die Lektüre eines Textes kreativ werde, selbst assoziativ schreibe, mir diverse Ausdrucksformen zu einer These, zu einem Gedanken, zu einer Formulierung einfallen…und das alles landet dann meist im Abfalleimer meines Gehirns (weil zu viel hineinströmt), in einem meiner Sudelbücher, wird vertont oder endet als künstlerisches Werk z.B. auf Papier oder Leinwand. Oder es ist die (handwerkliche) Machart eines Buches die mich fasziniert und inspiriert.

Als ich mir Gedanken darüber machte, was ich mit den vielen Notizen konstruktiv anfangen könnte, kam mir besagtes Zitat in den Sinn. Und die Idee war geboren…mein Bucherleben öffentlich mittels eines Weblogs festhalten, in den Dialog mit anderen LeserInnen treten, dem Drang zu folgen, etwas Neues zu schaffen oder Bewährtes weiter zu entwickeln.

Diese digitale Sudelbuchsammlung ist eine Spielwiese, ein Experimentierfeld. Keines der hier veröffentlichten literarischen Notizbücher wird je wirklich abgeschlossen; es wächst weiter, wie ich mich weiter entwickle. Wer weiß, wohin genau die Reise führt; es wird jedenfalls eine Bereicherung sein. Vielleicht auch für Sie? Lassen Sie mich gern teilhaben. Und ich freue mich darüber, wenn Sie mir von Ihrem Bucherleben berichten.

Oliver Simon

P.S.: Es gibt immer wieder mal die Frage, ob man denn immer etwas mit dem Gelesenen anfangen muss. Nein, muss man nicht. Kann man aber, weil es mir Vergnügen bereitet. Lesen ist für mich durchaus eine sinnliche Erfahrung und wenn ich professionelle Textinterpretationen lese, sind die mir oft zu kopfgesteuert. Da zieht es mich eher zum Nachfühlen und Nacherleben als wissen. Und mit diesem Blog versuche ich zu ergründen, wo sich eine inspirierende Schnittmenge bilden lässt.

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