Ein Dank an Volkmar Mühleis für die Inspiration – Gelesen habe ich sein Gedicht „Von einem Buch zum andern wandern“ in Ausgabe 44 der WORTSCHAU. Es beschreibt Lesen als müheloses Bewegen durch Welten, als Genuss auf dem Sofa, das einem die Welt bedeutet. Ich habe ein anderes Lesen gelernt – eines, das nicht wandert, sondern arbeitet. Daraus ist dieses Antwortgedicht entstanden.
Von einem Buch
zum andern
übersetzen
Hunderte Seiten –
braucht es das?
Durch textgewordene Landschaften,
durch das, was einmal jetzt war.
Gedichte entwirren,
neu setzen. Miniaturen,
die festzurren. Dialoge,
die Lügen strafen.
Übersetzungsarbeit
vom Wort zum Bild.
Eher Espresso als Tee.
Gelesen
mit Hand und Fuß.
Nicht unterwegs durch Welten,
sondern
dem Text folgend,
der mir Bedeutung gibt.
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