Aufgegebene Autoren und ihre Texte

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1–2 Minuten

Frank Witzel hat in seinem Essay für das Schreibheft die Konturen dieser Figur nachgezeichnet: Autoren, die der Literaturbetrieb aufgegeben hat – durch ausbleibende Neuauflagen, durch Nicht-Kanonisierung, durch das Rauschen der Nachkriegszeit oder der Generationenwechsel. Autoren, die von der Öffentlichkeit fallengelassen wurden, nicht aus Qualitäts-, sondern aus Sichtbarkeitsgründen: zu leise, zu sperrig, zu unzeitgemäß für den jeweiligen Zeitgeist. Autoren, die politisch oder strukturell übergangen wurden – DDR-Stimmen nach 1990, migrantische oder diasporische Schriftsteller, die nie wirklich „angenommen“ wurden, Autorinnen, die institutionell keine Fürsorge erfuhren.

Diese Beobachtung möchte ich hier fortführen und erweitern.

  • Vom Jagen zum Lesen

    Über das Arbeiten mit aufgegebenen Autoren Es beginnt meist mit einem Zufallsfund: ein Name in einer Fußnote, ein Gedicht in einer Anthologie, ein Hinweis in einem Antiquariatskatalog. Man liest, ist berührt, will mehr – und stellt fest: Es gibt kaum etwas. Keine Neuauflagen, keine Sekundärliteratur, oft nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag. Was folgt, ist die Jagd.…

  • Irène Némirovsky – Leben, Werk und Nachwirken

    Die Autorin, 1903 in Kiew geboren, floh vor der Russischen Revolution nach Frankreich, wo sie mit Romanen wie „David Golder“ (1929) berühmt wurde. Doch ihr Leben endete tragisch: 1942 wurde sie als Jüdin in Auschwitz ermordet. Ihr Werk überdauerte nur, weil ihre Töchter Denise und Élisabeth ihre Manuskripte – darunter das unvollendete Meisterwerk „Suite française“ – wie einen Schatz…

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