Kategorie: Angeregte Dialoge
Literatur ist für mich weit mehr als reine Information und Unterhaltung – sie ist ein Quell der Inspiration und Anlass für lebendige Gespräche, sowohl innere als auch äußere. Anstatt in der stillen Rezeption zu verharren, nutze ich die Kraft der Texte, um mein eigenes Denken anzustoßen und neue Perspektiven zu gewinnen.
In dieser Rubrik versammle ich Arbeiten, die aus solchen Begegnungen entstanden sind – in Worten, Bildern, Tönen. Sie sind keine Rezensionen, sondern eigenständige Antworten: Spuren eines Dialogs, der zwischen den Zeilen stattfindet und nach verschiedenen Ausdrucksformen sucht.
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Vom Jagen zum Lesen
Lesezeit:
4–7 MinutenÜber das Arbeiten mit aufgegebenen Autoren Es beginnt meist mit einem Zufallsfund: ein Name in einer Fußnote, ein Gedicht in einer Anthologie, ein Hinweis in einem Antiquariatskatalog. Man liest, ist berührt, will mehr – und stellt fest: Es gibt kaum etwas. Keine Neuauflagen, keine Sekundärliteratur, oft nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag. Was folgt, ist die Jagd.…
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Marina Büttner – Jüdischer Friedhof Weißensee
Lesezeit:
3–4 MinutenAnnähernd gelesen | Gedichtlektüre und Kontext. Das 1-strophige Gedicht von Marina Büttner verdichtet eine Momentaufnahme auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee zu einer Folge von starken, teils naturrohen Bildern, in denen persönliche Erschütterung und historische Schwere ineinanderfließen. Zwischen verwitterten Steinen, Symbolen und Zeichen des Verfalls verhandelt es die Beziehung von Zeit, Wahrheit und Erinnerung. Gelesen habe…
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Elisabeth Wesuls – Sich einlassen auf das Langwierige
Lesezeit:
3–4 MinutenEntdeckt habe ich Elisabeth Wesuls in einer alten Ausgabe der ndl – neue deutsche literatur. In Heft 1 von 1981 fand sich ein Essay von ihr mit dem Titel „Sich einlassen auf das Langwierige“ über den Prozess des Schreibens sowie einige Gedichte. Ihre Metaphern fand ich interessant und wollte mehr lesen. So stieß ich auf…
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Emine Sevgi Özdamar – Ein von Schatten begrenzter Raum
Lesezeit:
5–8 MinutenAnnähernd gelesen | Was begrenzt einen Raum durch Schatten? Ist es die Abwesenheit von Licht oder gerade seine Anwesenheit, die den Schatten erst wirft? Wo erscheinen räumliche Begrenzungen? Sind es physische Räume (Fabrikhallen, Wohnungen, Gefängniszellen) oder metaphorische (kulturelle Zugehörigkeit, Geschlechterrollen, politische Zuordnungen)? Frage zur Vertiefung: Wie verhält sich der Buchtitel zu den konkreten Räumen im…
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Autobiografie als Spur
Lesezeit:
6–9 MinutenSchreiben jenseits der Erinnerung I. Das Problem mit dem Erinnern Wenn Frank Witzel vom Erinnern als „diffuser und unzureichender Prämisse für das Schreiben“ spricht, meint er zunächst das aktive, willentliche Erinnern: Ich setze mich hin, rufe meine Vergangenheit ab, konstruiere aus Fragmenten eine Geschichte. Dieses autobiografische Schreiben ist Arbeit am Material der Erinnerung – Auswahl,…
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Schreiben im reinen Präsens. Ein Experiment nach Frank Witzel
Lesezeit:
5–7 MinutenFrank Witzel beginnt seinen Text über vergessene, verkannte und verschollene Autoren mit einem Eingeständnis: Der Vorgang des Erinnerns, obwohl er sein gesamtes literarisches Schaffen zu durchziehen scheint, erscheint ihm als „diffuse und unzureichende Prämisse für das Schreiben“. Was auf den ersten Blick wie eine Selbstkritik klingt, entpuppt sich als radikale Sehnsucht nach einem anderen Schreiben…
